92.000 Stimmen, 25 Prozent der Wahlberechtigten müssen gegen ihr umstrittenes Stadtoberhaupt votieren, um dessen Absetzung zu erreichen und damit einen Schlussstrich unter die seit dem letzten Sommer anhaltende Diskussion zu ziehen. Seit Juli 2011 wird in der Stadt über die Folgen respektive die Verantwortung für die Massenpanik bei der Love-Parade gestritten. 21 Menschen starben damals im Gedränge. Weder die Organisatoren, noch die Polizei oder die politische Führung um Sauerland machten bei den anschließenden Untersuchungen eine gute Figur.
„Der Rücktritt eines Bürgermeisters ist nach der Gemeindeordnung nicht vorgesehen.“ Mit derlei taktlosen Äußerungen hatte Sauerland immer wieder für Unverständnis und Empörung gesorgt. Bei der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“, die maßgeblich für die Unterschriftensammlung sorgte, die für den Bürgerentscheid notwendig war, stellt man in dieser Hinsicht klar: Es ist kein einfacher Reflex, den Rücktritt Sauerlands zu fordern. Vielmehr sei der Eindruck, dass sich der Oberbürgermeister im Nachhinein aus der Verantwortung ziehe, anstatt Trauerarbeit und Transparenz zu ermöglichen, ausschlaggebend gewesen.