Neues aus der Bundes-SGK
Am 1. Oktober übergab Detlef Raphael die Geschäfte an seinen Nachfolger Alexander GötzAlles Gute Detlef, hallo Alexander!
Die Bundes-SGK ohne Detlef Raphael? Kein Zweifel, das ist ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke, schließlich prägt er die Arbeit der Bundes-SGK seit vielen, vielen Jahren.
Zunächst von 1983 bis 1991 als Referent und stellvertretender Geschäftsführer. Dann als stellvertretender Geschäftsführer der SGK Nordrhein-Westfalen von 1995 bis 1998. Vor allem aber als Bundesgeschäftsführer seit 1998: 13 Jahre, in denen Detlef Raphael mit viel Dynamik und Engagement die SGK zu dem gemacht hat, was sie heute ist: Der größte Zusammenschluss von Kommunalpolitikerinnen und -politikern in Deutschland.
Viele Themen haben Detlef Raphael bewegt und er hat sie bewegt, manchmal viele Jahre lang: Der Kampf um die Gewerbesteuer etwa oder Hartz IV. Detlef hat neue Angebote aufgebaut, die Kommunalakademie zum Beispiel ist aus der Nachwuchsförderung heute nicht mehr wegzu- denken. Detlef Raphael hat Ecken und Kanten, und dennoch ist er in der SGK ungewöhnlich beliebt. Alle wissen, dass da einer mit Leib und Seele, mit Kopf und Herz für die sozialdemokratische Kommunalpolitik rackert.
Aber es gibt auch ein Leben nach der SGK. Der Deutsche Städtetag hat Detlef Raphael zum Beigeordneten gewählt, das ist eine spannende neue Herausforderung. Wer kann es ihm verdenken, nach so vielen Jahren auch noch etwas anderes als SGK machen zu wollen? Vielen herzlichen Dank und alles Gute also! Detlef Raphael bleibt einer von uns.
Alexander Götz hat als neuer Bundesgeschäftsführer der SGK die Nachfolge übernommen. Mit seinen 37 Jahren bringt er eine Menge mit, worauf sich die SGK freuen kann. Kommunalwissenschaftliche Arbeit und kommunalpolitische Praxis, natürlich auch jede Menge Erfahrungen in der SPD. Obendrein ein überzeugendes Auftreten, so dass ihm der SGK-Bundesvorstand sehr schnell das Vertrauen geschenkt hat. Alexander, wir freuen uns auf Dich!
Stephan Weil
Interview mit Alexander Götz

DEMO: Was reizt Dich an der neuen Aufgabe als Geschäftsführer der Bundes-SGK?
Alexander Götz: Das ist ganz schlicht meine Liebe zur Kommunalpolitik. Sie ist für mich die Elementarform der Politik schlechthin. Nirgendwo sonst sieht man die Ergebnisse seines Tuns so deutlich. Und insofern ist es einfach eine gute Sache, sich für Kommunalpolitik und ihre beste Entfaltung einzusetzen. Ich habe eine hohe Begeisterung dafür, was ich dort tun kann und vor allem, für wen ich es tun werde.
Bist Du vorher schon kommunalpolitisch tätig gewesen?
Zum einen hier in Berlin. Ich war die letzten fünf Jahre Mitglied im Bezirksparlament Pankow und dort vorher als sachverständiger Bürger tätig. Ohne mir zuviel anheften zu wollen, kann ich sagen, dass ich mehrmals sehr heftig für die Rechte der Kommunen und Bezirke gestritten habe. Insofern ist mir die Perspektive des ehrenamtlichen Kommunalpolitikers und auch die Zwänge, in denen er sich befindet – zwischen Beruf, Freizeit, Familie, Frau und Kindern, nicht fremd. Aber auch die Probleme mit der Finanzausstattung, Ärger über die übergeordneten Ebenen und Gesetze und so weiter – all das ist mir vertraut. Darüber hinaus bin ich seit 1998 als Berater für Kommunen und Bundesländer tätig und kenne deswegen auch die Situation außerhalb von Berlin.
Ich habe an einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft und kommerzieller Beratung gearbeitet. Das betraf verschiedenste Themen: von Verwaltungsreformen und interkommunaler Zusammenarbeit über die Stärkung des kommunalen Ehrenamtes bis hin zur Evaluation der Hartz- IV-Reformen.
Was sind die wichtigsten Aufgaben, die Du in der SGK in der nächsten Zeit anpacken willst?
Ich übernehme ein bestelltes, sozusagen „scheckheftgepflegtes” Haus. Da heißt es, erst mal dort den Standard halten. Detlef Raphael hat ein sehr gutes Büro hinterlassen mit hoch motivierten und tollen Mitarbeitern. Zusammen können wir viel erreichen. Mit Blick auf die Bundestagswahl 2013 müssen wir die Stimme der Kommunen innerhalb der Partei weiterhin gut zur Geltung bringen. Da gibt uns der Terminkalender Aufgaben vor. Wir wissen, dass wir von der Parteispitze eine sehr hohe Aufmerksamkeit bekommen und werden die Themen, die uns wichtig sind, entsprechend platzieren.
Darüberhinaus gilt es, das, was wir ohnehin schon machen, erfolgreich fortzusetzen:
Alltägliche Lobbyarbeit und Vernetzung, die inhaltliche Arbeit in unseren Gremien und kommissionen und die Förderung von Nachwuchs und Kompetenzen wie zum Beispiel in der sozilademokratischen Kommunalakademie. Also alles in allem: Bewährtes fortsetzen in guter Qualität und vielleicht noch ein bisschen besser machen.
Dafür wünsche ich Dir viel Glück und uns eine gute Zusammenarbeit.
Interview: Barbara Behrends
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