Umweltschutz
Hand in HandSeit vielen Jahren ist die Landeshauptstadt Hannover engagiert und innovativ in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. Einen großen Anteil daran hat die erfolgreiche Kooperation mit den regionalen Wirtschaftsunternehmen. Hilfreich ist sicher auch, dass in Hannover Umweltschutz und Wirtschaft seit fünf Jahren in einem Dezernat zusammengefasst sind.
Bereits 1990 bildeten sich in Hannover mit Unterstützung der Umweltverwaltung der Stadt die ersten lokalen Netzwerke aus EMAS- und ISO-14000-zertifizierten Unternehmen. 2000 startete die Stadt das Ökoprofit-Förderprogramm und baute so die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft weiter aus. Bisher haben sich im Ökoprofit-Programm mehr als 120 Betriebe im Umweltschutz fit gemacht, 35 davon treffen sich im Ökoprofit-Klub regelmäßig zum Erfahrungsaustausch Dem über die Jahre ständig gewachsenen Klub gehören Betriebe unterschiedlicher Größe und Branchen an, die in ihren Treffen das gesamte Spektrum des betrieblichen Umweltschutzes abdecken. Dazu gehören auch sämtliche Stoffströme mit Wasser und Abwasser, Einkauf, Mitarbeitermotivation, Abfallmanagement und Emissionen.
Klimaallianz fördert Klimaschutzideen in Unternehmen
2007 entstand auf Initiative von OB Stephan Weil und mir ein weiteres Unternehmensnetzwerk unter dem Motto „Klimaallianz Hannover 2020“: Über öffentliche symbolträchtige Selbstverpflichtungen auch der Unternehmen ist es gemeinsames Ziel, den CO2-Ausstoß in Hannover bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken. In der Klima-Allianz treffen sich im sogenannten Energie-Effizienz-Netzwerk zirka 60 vorwiegend große Industrieunternehmen, Verbände, Banken und Versicherungen. Ihr Interesse konzentriert sich auf den Klimaschutz mit dem vorrangigen Thema Energieeffizienz.
Aus dem Kreis der beteiligten Unternehmen kommen eine Reihe vorbildlicher Initiativen, die Ausstrahlung auch auf andere Firmen haben werden: So bezog die VGH-Versicherung in diesem Jahr ein neues Bürogebäude in ambitioniertem technischen Standard mit großflächiger Solarenergienutzung, und die Versicherungsgruppe HDI-Gerling folgt in Kürze mit einem energieoptimierten neuen Verwaltungsgebäude für 1 800 Beschäftigte. Der Sitz des Finanzdienstleisters AWD hat einen entscheidenden Effizienzgewinn durch seine neue Gebäudelüftungsanlage erfahren und VW Nutzfahrzeuge setzt u.a. auf ein Schulungsprogramm für seine Mitarbeiter/innen, Umwelt- und Kostenbewusstsein bei den alltäglichen Arbeiten in Produktion und Büro zu vermitteln.
Klimaschutz zahlt sich auch für die Unternehmen aus
Besonders vorbildlich und naturgemäß mit hoher öffentlicher Ausstrahlung ist das Engagement der Verlagsgesellschaft Madsack, die sich 2008 mit ihrer überregionalen Zeitungsdruckerei einem eigenen Klimaschutzprogramm verschrieb. Ihr Ziel, von 2006 bis 2020 insgesamt 40 Prozent einzusparen, setzt die Gesellschaft unter anderem mit dem Einkauf von Ökostrom um. Auch die Versicherungsgruppe Hannover Rück kompensiert ihren CO2-Ausstoß, indem sie für jeden dienstlichen Flug über die schweizerische Gesellschaft Atmosfair weltweit in Klimaschutzprojekte investiert.
Die Unternehmen haben längst die Vorteile solcher Netzwerke erkannt und begrüßen den themenbezogenen, branchenübergreifenden Austausch. Einsatz im Umwelt- und Klimaschutz verbessert das Firmenimage und wird immer stärker nachgefragt. Und schließlich bedient Energieeffizienz auch das Hauptinteresse der Unternehmen, denn die eingesparten Energiekosten kommen ihrer Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherung zugute. 2010 werden alle Maßnahmen der teilnehmenden Klimaallianz-Betriebe hinsichtlich ihrer CO2-Relevanz erstmalig detailliert ausgewertet.
Fazit: Klimaschutz ist keine Aufgabe, die eine Stadtverwaltung allein lösen kann; Partner aus der Wirtschaft bieten eine schlagkräftige Unterstützung der kommunalen Ziele. Eine zukunftssichere und lebenswerte Umwelt ist längst ein zentraler Standortfaktor: Gemeinsame Initiativen von Stadt und Wirtschaft können den Standort stärken.
Hans Mönninghoff ist Wirtschafts- und Umweltdezernent der Stadt Hannover