Bericht
Interkulturelle Kompetenz – Schlüssel für die ZukunftWie bereiten wir diese Kinder darauf vor, wie sind Lehrer und Erzieher dafür gerüstet, wie steht es mit der interkulturellen Öffnung in den kommunalen Verwaltungen in Brandenburg? „Obwohl es einen Handlungsbedarf gibt, ist das im Bewusstsein der Gesellschaft noch nicht angekommen“, resümierte die Integrationsbeauftragte Prof. Dr. Karin Weiss auf der Fachtagung „Interkulturelles Lernen in Brandenburg durch Kooperation gestalten“ am 2. Juni, die die RAA Brandenburg, Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie, organisierte.
Kommunale Verantwortung für Bildung
Weil das so ist, läuft in neun Landkreisen und in Frankfurt/Oder seit drei Jahren das Modellprojekt „Interkulturelle Kompetenz – Kommunale Verantwortung für Bildung, Integration und Chancengleichheit“, gefördert über das Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ sowie durch das Land Brandenburg. Durch Entwicklung und Durchführung von Fortbildungen und Unterstützungs-/Beratungsangeboten in Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen sowie die langfristige Begleitung von institutionsübergreifenden Bildungsansätzen für Integration und Chancengleichheit sollen nachhaltige lokale und kommunale Perspektiven für diesen Bereich geschaffen werden. Lehrer und Erzieher, die sich im Projekt fortgebildet haben, geben ihre erworbenen interkulturellen Kompetenzen an die Kinder und Jugendlichen weiter, unter Einbeziehung der Eltern als wichtige Zielgruppe. Die wiederum sollen in den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen kompetente Ansprechpartner in Sachen Migration und Integration finden.
Rund 1000 Teilnehmer wurden im Projekt bereicht, 20 Schulen haben Interesse an Beratung angemeldet und einige auch schon wahrgenommen. Das ist noch zu wenig, leider würden die Angebote oft erst nachgefragt, wenn es „brennt“, so Projektleiterin Julia Vollmer auf der Fachtagung. Auch sei die Kooperation der verschiedenen Einrichtungen nicht immer gelungen. Die in den westlichen Bundesländern entwickelte „Begegnungspädagogik“ greife in den neuen Bundesländern nicht, konstatierte der Geschäftsführer der RAA Alfred Roos, dort gebe es eine andere Form der Zuwanderung auf „Zuweisung“. Das würde von vielen als Belastung empfunden, so die Integrationsbeauftragte. Dabei erfordere der deutlich ansteigende Bedarf an Facharbeitern, der nicht mehr mit einheimischem Personal abgedeckt werden kann, eine gezielte Arbeitskräfteanwerbung im Ausland, betonte sie. Doch diese kämen nur, wenn sie für sich und ihre Familien vor Ort eine intakte Infrastruktur und lohnenswerte Bedingungen vorfänden. Das wiederum stellt die Ausländerbehörden und kommunalen Verwaltungen vor die Aufgabe, sich interkulturell zu öffnen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Bedürfnisse der Zugewanderten zu sensibilisieren und daraus resultierend geeignete Integrationsangebote zu unterbreiten. Ein erster Ansatz ist die Herausgabe eines interreligiösen Kalenders für 2011, der im August erscheint.
Ende August werden die Ergebnisse veröffentlicht
Mit Beendigung des Projektes im August dieses Jahres erscheint eine Broschüre mit den Ergebnissen und gesammelten Erfahrungen, die in die weitere Arbeit in den einzelnen regionalen RAA-Büros einfließen, in die Beratungs- und Fortbildungsangebote, die es auch zukünftig geben wird, zugeschnitten auf die jeweiligen Bedarfe und Anforderungen. Ein Thema in den Fortbildungen wird auch weiterhin die Zusammenarbeit mit Eltern sein, was schon im Projekt gezielt als Schwerpunkt aufgegriffen worden war. Es bleibt die Aufgabe, in Brandenburg auch in den kommenden Jahren nach neuen Wegen zu suchen, um interkulturelle Kompetenz nachhaltig und überzeugend zu vermitteln.