Erfolgreiches kommunales Energiemanagement im Südwesten
Klima schützen, Kosten senkenEnergie und Umwelt sind seit Jahren wichtige Felder unseres kommunalen Handelns. Schwäbisch Hall leistet mit seinen Stadtwerken seit Jahren Pionierarbeit in Sachen Energiewende, wofür wir bereits 1998 mit dem europäischem Solarpreis ausgezeichnet wurden. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter voran, haben Nahwärmenetze im Verbundsystem über die ganze Stadt aufgebaut, nutzen Kraft- Wärme-Kopplung zur Eigenstromwärmeerzeugung, decken unseren Energiebedarf zu gut 60 Prozent durch eigene Erzeugung. Wir ersetzen Erdgas durch Gas auf Basis von Biomasse, nutzen Holz als Pelletsgrundstoff, setzen Photovoltaik-Anlagen auf Lärmschutzwände und Dächer unserer Stadt und wollen die Pflanzenölverstromung ausbauen.
Und wir schauen, was unsere Energiefresser sind. Insgesamt geben wir im städtischen Haushalt jährlich ca. 2,3 Millionen Euro für Energie (Strom, Gas, Wärm)e aus, davon 300 000 Euro allein nur für die Straßenbeleuchtung. Allein vom Einsatz neuer Leuchtmittel versprechen wir uns eine verminderte Stromaufnahme von bis 50 Prozent. Entscheidend ist die grundlegende Bestandsaufnahme, die am Anfang jedes Energiesparkonzepts stehen muss, ob im privaten Haushalt, in Industrie und Gewerbe oder in der kommunalen Verwaltung. So geht in einem gut ausgestatteten Haushalt mindestens ein Zehntel des Stromverbrauchs durch Leerlauf bei Elektrogeräten mit Stand-by- Schaltungen verloren. Zur Optimierung der energiewirtschaftlichen Steuerung unserer kommunalen Liegenschaften und zur Unterstützung des lokalen Agendaprozesses Energie und Klima haben wir zum 1. Januar 2009 die Stelle eines kommunalen Energiebeauftragten neu geschaffen.
Vollwärmeschutz in Schulen und Kitas
In den beiden letzten Jahren wurden in Schulturnhallen und Kindertagesstätten Vollwärmeschutzmaßnahmen realisiert. Wärmedämmverbundsysteme wurden installiert: Außenwand, Fenster, Dach. Die Mess- und Regeltechnik wurde optimiert, Heizungen auf Brennwerttechnik umgestellt. Für konkrete Energie- Einsparprojekte haben wir im laufenden Doppeletat 2008/ 2009 knapp 1,7 Millionen Euro bereitgestellt.
Zudem haben wir im Schulzentrum West, das von mehr als 2 000 Schüler/innen besucht wird, eines der größten Schulsanierungsprojekte im Lande begonnen mit einem Finanzvolumen von 19,5 Millionen. Davon entfallen ca. 12 Millionen auf energetische Maßnahmen, von der Erneuerung der Fassaden über die Elektrik und Beleuchtung bis zur Einzelraumsteuerung von Heizung und Lüftung. Ähnliches gilt für den Bäderbereich: Unsere Stadtwerke sind nicht nur seit Jahren Betreiber unseres komplett sanierten Freizeit- und Elebnisbads mit jährlich über 450 000 Besucherinnen und Besuchern, sondern haben auch verschiedene Bäder in den umliegenden Gemeinden anlagentechnisch optimiert.
„Wir machen gemeinsame Sache“ lautet das Credo der Contracting- Modelle der Stadtwerke. Einsparund Anlagen-Contracting bieten ideale Lösungen, um Einsparpotentiale zu erschließen, ohne selbst investieren zu müssen. Nicht nur die Sanierung einer Heizungsanlage, sondern auch der Einsatz von Kraft-Wärme- Kopplung ist hocheffizient und ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme erreicht KWK einen doppelt so hohen Wirkungsgrad bei stark gemindertem CO2-Ausstoß. Mit dem Vertragsabschluss übernehmen unsere Stadtwerke die Verantwortung für Planung, Bau, Finanzierung und Betriebsführung der Anlagen. Investitionen in Effizienz- und Einsparmaßnahmen werden durch eingesparte Energiekosten refinanziert. Die Anlage wird auf die zentrale Leittechnik der Stadtwerke aufgeschaltet, somit kann ein sicherer und optimierter Betrieb rund um die Uhr gewährleistet werden. Mit moderner Energietechnologie und konsequenter Verbrauchsdatenkontrolle können Einsparungen bis zu 30 Prozent erreicht werden.
Zahlreiche realisierte Projekte zeigen: Durch die Übertragung an einen professionellen Partner entstehen erfolgreiche Konzepte, die wirtschaftliche Vorteile, hohe Anlagenverfügbarkeit und aktiven Klimaschutz gewinnbringend miteinander verbinden. Es wird eine der politischen Herausforderung in den nächsten Jahr(zehnt)en sein, den erforderlichen Energiebedarf ressourcenschonend, umweltverträglich und sozial gerecht abzudecken und den Zugang zu Rohstoffquellen und Leitungsnetzen für alle Wettbewerber gleichermaßen zu gewährleisten.
Büro OB Pelgrim,
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