Aus rechtlichen Gründen sei dem Stromkonzern Vattenfall der Bau nicht zu versagen, begründete Hajduk ihre Entscheidung. Den vorläufigen Baustart von Deutschlands größtem Steinkohlekraftwerk hatte im November 2007 der damals noch allein regierende CDU-Senat unter Vorbehalt der wasser- und emissionsrechtlichen Genehmigungen bewilligt. Wäre das Bauvorhaben nun abgelehnt worden, hätte der Stadt eine Schadensersatzklage in Milliardenhöhe gedroht.
Hajduk erteilte die Genehmigung nun mit erheblichen Auflagen. So soll das Kraftwerk an 250 Tagen im Jahr nur mit gedrosselter Leistung betrieben werden. Die Wasserentnahme aus der Elbe wird begrenzt. Zudem kündigte die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt an, die Stadt wolle einen eigenen Energieversorger gründen, der sich an den Interessen des Klimaschutzes und des Allgemeinwohls orientiert. Dieser soll den Namen „Hamburg Energie“ tragen und ein Gleichgewicht zum Monopolisten Vattenfall herstellen. Ein Konzept soll Hamburg Wasser entwickeln. Auch das Fernwärme- sowie das Gasnetz sollen von der Stadt übernommen werden.
Heute beschäftigt sich die Hamburger Bürgerschaft auf Antrag von CDU und Grün-Alternativer Liste (GAL) mit dem Kraftwerksbau. Ob die schwarz-grüne Koalition an Moorburg zerbricht, wird sich am 9. Oktober entscheiden. Dann berät eine Mitgliederversammlung der GAL über die Zukunft des Regierungsbündnisses.
Quellen: Handelsblatt, Tagesspiegel (30.9.), taz (30.9.), www.spiegel.de