Ein Ziel der Bundesregierung ist, die Bundesrepublik bis 2020 zum globalen Leitmarkt für batteriebetriebene Fahrzeuge zu machen. Bis dahin sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Die 950 Stadtwerke in Deutschland wollen die Regierung nun dabei unterstützen (und auch etwas Zug in die Sache bringen, da schon der Bundesrechnungshof die Hindernisse für eine effiziente Verteilung der 500 Millionen Euro Fördergelder bemängelte). Ab 2011 soll in über 33 Städten ein dichtes Netz von Stromzapfsäulen entstehen, wie der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) bei der Vorstellung der neuen Stromallianz am Mittwoch in Berlin mitteilte.
Der Vorstoß soll aus einem Dilemma heraushelfen: Da zur Zeit kaum Ladestationen zur Verfügung stehen, läuft der Verkauf der (noch sehr teuren) Elektrofahrzeuge nur schleppend an.Und da kaum Fahrzeuge verkauft werden, scheuen die Stromversorger Investitionen in die Infrastruktur. Zugleich wollen die kommunalen Anbieter Druck machen, dass der Kanzleramtsgipfel zur Elektromobilität am 3. Mai konkrete Ergebnisse bringt.
Die Stadtwerke wollen Kunden durch Service und Gratisleistung binden
Nicht nur große Städte wie München, Köln und Leipzig beteiligen sich an der kommunalen Stromallianz, auch kleinere Kommunen wie Unna und Borken wollen näher ran an potentielle Kunden. Diese sollen ihre Autos mit speziellen Karten "betanken" können, bezahlt wird über die normale Stromrechnung. Aachen geht noch einen Schritt weiter und will den Kunden zwei Jahre lang den Strom aus erneuerbarer Energie gratis anbieten, damit die Kunden nicht zu Stromanbietern im Internet abwandern.
Bundesweit haben die Stadtwerke schon 100 Zapfsäulen für Strom eingerichtet. Sind die Autos erst mal ins Rollen gekommen, sollen die Kosten pro hundert gefahrene Kilometer ungefähr dem (heutigen) Preis für einen Liter Benzin entsprechen.