Sparen durch wiegen lautet ab sofort die Devise im Saarland. Viele Jahre hatte der Abfallentsorgungsverband Saar vor allem auf die reichlichen Kapazitäten seiner Müllverbrennungsanlagen (MVA) gesetzt. Deshalb war in puncto Müllreduzierung wenig geschehen, die Abfallmenge an der Saar stagniert bei rd. 240 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Vor zehn Jahren haben sich u.a. deshalb drei Städte im Saarland zum Alleingang entschlossen und sich auf das Wiegen von Haushaltmüll festgelegt. Lebach, St. Wendel und Eppelborn haben diesen Beschluss nicht bereut, denn wie der St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU) voriges Jahr triumphierend mitteilte, konnte z.B. seine Stadt in zehn Jahren ihre Abfallmengen halbieren. Die drei Ausreißer liegen bei einer Restmüllmenge von 111 Kilo pro Einwohner. Und allein in St.Wendel seien, so Bouillon, 4,5 Millionen Euro an Gebühren den Bürgern erspart geblieben.
Der EVS übernimmt das Rechnungswesen und hält Gebührensenkungen für möglich
Nun zieht der EVS nach und stellt zum Jahrewechsel 2010/2011 die Abfallentsorgung auf wiegbare Tonnen um. Dieser Tage beginnt er, 360 000 Tonnen auszuwechseln. Parallel dazu werden Rest- und Biomülltonnen zurückgenommen. Schließlich wird ein neues Gebühreneinzugssystem eingerichtet, bei dem der EVS via Inkasso-Zentrale und Kundenservice-Center für die Rechnungslegung verantwortlich ist. Die Kommunen, die das bisher gemacht haben, sind nun davon befreit. Dies schaffe 17 Arbeitsplätze, so EVS-Chef Heribert Gisch, der gleichzeitig versicherte, dass die Gemeinden immer noch Ansprechpartner für Abfallfragen vorhielten. Zu guter Letzt hofft man beim EVS, bei größerer Mengenreduzierung auf die MVA in Neunkirchen verzichten zu können. Dann müsste der Abfall eigentlich auch billiger werden für die Saarländer/innen.
Saarland
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