Am 1. Januar 2010 stieg die Zahl der Umweltzonen in deutschen Kommunen von 34 auf 40 an. Die Innenstädte von Bonn, Münster, Osnabrück, Heidelberg, Karlsruhe und Pfinztal sind nur für KFZ mit amtlicher Plakette befahrbar. Während Münster Kfz mit gelben und grünen Plaketten zulässt, lassen Berlin und Hannover nur noch grün plakettierte Fahrzeuge in ihre Innenstädte.
In Berlin wird allerdings im Januar noch kein Bußgeld verteilt. Hier herrscht noch Filtermangel in den Werkstätten, weshalb die Bezirksämter gegen die Bestätigung einer Werkstatt für die Rußfilterbestellung Ausnahmegenehmigungen erteilen. Trotz der Maßnahmen kann Berlin bisher den EU-Grenzwert von max. 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an höchstens 35 Tagen im Jahr nicht einhalten: 2009 waren die 35 Tage bereits im November überschritten.
umstrittene Maßnahme
Die Maßnahme bleibt umstritten: Laut ADAC seien nun auch Besitzer von wenig CO2-verbrauchenden Dieselwagen betroffen. In Berlin würden 117 000 Fahrzeughalter quasi enteignet, schimpft Maximilian Maurer vom ADAC. Bundesweit hätten von 41 Millionen Pkw bereits 37 Millionen grüne Plaketten, aber rund eine Million sei nicht umrüstbar. Dabei stünde der bürokratische und finanzielle Aufwand in keinem Verhältnis zur Luftverbesserung, so Maurer. Dem widerspricht der Verkehrsclub Deutschland (VCD), wonach es allein in Berlin 2008 rd. 25 Prozent weniger Dieselruß gab.
Für Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sind Umweltzonen das wirksamste Mittel gegen Feinstaub. Am bundesweit meistbelasteten Neckartor im Stuttgarter Kessel seien die Werte um 15 Prozent gesunken. Baden-Württemberg hat 18 Umweltzonen, gefolgt von NRW mit 14 (u.a. die Rhein-Ruhr-Schiene), drei in Bayern (München, Augsburg und Neu-Ulm), zwei in Niedersachsen (Hannover und Osnabrück) sowie Frankfurt, Bremen und Berlin. Städte wie Leipzig, Neuss und Regensburg planen bereits weitere. Da die EU nun auch strengere Grenzwerte für Stickoxid vorsieht, rechnet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit zusätzlichen Fahrbeschränkungen.