Der frühe Vogel fängt den Wurm. Dachte man sich zumindest in Gauting, einer Gemeinde im Südwesten von München, und präsentierte 24 Stunden nach Bekanntwerden des Kabinettsbeschlusses zum zweiten Konjunkturpaket 29 Projekte zur energetischen Sanierung von Kindergärten, Schulen und Sporthallen. Schnell und effektiv könnte man meinen und schade, dass man in Gautingen damit rechnet, höchstens ein Projekt durchzukriegen.
Wie Gauting wird es vielen Kommunen in Deutschland gehen, denn der Bedarf ist groß, die Menge Geld aber nur endlich. Allerdings hat Gauting ein Problem, dass andere Kommunen eher weniger haben. Es hat Geld. Und nicht zu wenig. Denn obwohl die Gemeinde nur knapp 20 000 Einwohner hat, gehört sie zu den wachsenden Kommunen. Und die Neuzugänge kommen nicht von ungefähr, sondern sind dergestalt, dass man in München arbeitet, aber nicht unbedingt dort leben will, wo sogar Menschen mit wenig Einkommen leben (dürfen).
Gautings Stärke beruht auf der Einkommensteuer, die mehr als die Hälfte aller steuerlichen Einnahmen ausmacht. So blickt Bürgermeisterin Brigitte Servatius (SPD) auch in rezessionsgeplagten Zeiten zuversichtlich in die Zukunft und runzelt erst für die Jahre 2010 und 2011 leicht mit der Stirn. Aber wirklich nur leicht. Denn neben einem ortsansässigen Autozulieferer, dem nach Eigenwerbung führenden Hersteller von Dach- und Temperaturmanagementsystemen, belegen 702 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner, dass der Kommune steuertechnisch keine schrecklichen Jahre bevorstehen. Und wenn doch, hat man ja früh genug Fördergelder beantragt.