Berlin ist dynamisch, sexy, nicht mehr ganz so arm – und zieht vor allem junge Frauen zwischen 20 und 35 Jahren an. Das ist das Fazit einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Bemerkenswert ist laut Studie nicht nur der Zuzug junger Menschen in die Hauptstadt, sondern auch, dass sie hier bleiben und eine gut bezahlte Arbeit finden. Dabei nahm der Gesamtanteil an der Bevölkerung bei den Frauen in den letzten zehn Jahren um 16,5 Prozent zu, bei den Männern waren es elf Prozent.
Diesen Trend verzeichnen laut Studie aber alle Metropolen Deutschlands. In München stieg der Anteil der 20- bis 35-Jährigen sogar doppelt so schnell wie in Berlin. "Schuld" daran ist der stabilere Arbeitsmarkt im Süden der Republik. Diesen "Malus" wird Berlin laut DIW bald überwunden haben, da hier viele kleine Firmen statt einzelner großer wie z.B. Bayer-Schering oder ähnliche, für viele sozialversicherungspflichtige Jobs sorgen, die weniger vom Export abhängig sind und deshalb auch weniger von der Finanzkrise betroffen. Eindeutiger Gewinner dieses Trends ist die Tourismusbranche: Allein im ersten Quartal dieses Jahres besuchten 1,8 Millionen Menschen die Spree-Metropole – ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr.
Auf der Strecke bleibt Berlin weiterhin im Vergleich bei Löhnen und Gehältern. So verdient ein Hamburger durchschnittlich 5 500 Euro brutto mehr im Jahr als sein Berliner Pendant, und auch die Bewohner des hochverschuldeten Bremen kommen noch auf rund 1 000 Euro brutto mehr im Jahr als Berliner Arbeiter und Angestellte.