So ist vor allem die HSH Nordbank von den Folgen der Finanzkrise betroffen. Nach einer Aufstellung der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (Bafin) ist das Institut mit insgesamt 105 Milliarden Euro in Geschäftsbereichen aktiv, die mittlerweile als problematisch eingestuft werden. Die baden-württembergische LBBW und die WestLB weisen demnach ebenfalls hohe Risikopositionen aus. Die BayernLB, der der Freistaat im vergangenen Jahr kräftig unter die Arme gegriffen hatte, die niedersächsische NordLB sowie die Berliner Landesbank stehen dem Papier zufolge etwas besser da. Für die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) weist es sogar eine Null aus.
Finanzminister Peer Steinbrück dringt bereits länger auf Fusionen der Landesbanken. Ihm schwebt eine Reduzierung auf zwei bis drei Einrichtungen vor. Auch die Sparkassen, die neben den Ländern Haupteigentümer der Landesbanken sind, unterstützen Steinbrücks Ansinnen. Ein Deal könnte die Pläne nun voranbringen. So hat der Finanzminister Medienberichten zufolge eine weitere Hilfe des Bundes bei der Beseitigung von Altlasten in den Bankenbilanzen signalisiert, sollten die Länder sich fusionsbereit zeigen. Konkrete Pläne gebe es jedoch noch nicht.
Strafanzeige gegen HSH Nordbank-Vorstand
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sprach sich gegen Fusionen aus. Er wolle keine „Sozialisierung von Risiken“ und lehnte auch eine Beteiligung des Bundes an den Landesbankrisiken ab, aus der sich eine spätere Mitsprache erben könnte. Nordrhein-Westfalen schlug eine „Bank deutscher Länder“ vor. Die gesunden Geschäftsbereiche der Landesbanken könnten demnach nach einer Auslagerung der Risikopapiere unter dem Dach einer Holding mit mehreren Sitzen im Bundesgebiet zusammengefasst werden.
Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank gab unterdessen am Montag bekannt, dass er den beurlaubten Vorstand Frank Roth fristlos gekündigt habe. Der Bank-Vorsitzende wurde zudem ermächtigt, Strafantrag wegen Geheimnisverrats gegen Roth zu stellen. Das vergangene Geschäftsjahr schloss die HSH Nordbank mit einem Verlust von 2,7 Milliarden Euro ab – immerhin 100 Millionen Euro weniger, als erwartet.