Wie angekündigt, hat der schleswig-holsteinische Landtag in Kiel heute über seine Selbstauflösung und vorgezogene Neuwahlen abgestimmt. Und wie erwartet kam dafür nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit zustande, da die SPD gegen die Selbstauflösung stimmte. Daraufhin stellte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen die Vertrauensfrage, über die laut Verfassung erst am kommenden Donnerstag abgestimmt werden darf. SPD, FDP, Grüne und SSW haben schon angekündigt, Carstensen nicht das Vertrauen auszusprechen, wodurch der Weg zu Neuwahlen frei würde.
Obwohl alle Umfragen darauf hindeuten, dass Carstensen nach der Wahl zusammen mit der FDP regieren könnte, gerät der als bodenständiger Landesvater geltende Strahlemann zunehmend unter Druck. Wie er am gestrigen Sonntagabend einräumen musste, hatte er die umstrittenen Boni-Zahlungen von 2,9 Millionen Euro an HSH-Nordbank Chef Dirk Jens Nonnenmacher nicht, wie zuvor gesagt, mit den Spitzen der die Regierung tragenden Fraktionen beschlossen. Dies nahm SPD-Landeschef Ralf Stegner zum Anlass, Carstensen der Lüge zu bezichtigen.