Bei den Kommunalwahlen an Rhein und Ruhr verloren beide großen Parteien zu Gunsten der kleineren Parteien. Die CDU büßte 4,8 Prozent ein, sank mit 38,6 Prozent unter die 40-Prozent-Marke, konnte sich aber als stärkste Kraft deutlich behaupten. Die Union stellt weiterhin zehn von 23 OB: So die in Aachen (Marcel Philipp mit 43 Prozent), Duisburg (Adolf Sauerland mit 44), Düsseldorf (Dirk Elbers ohne Wahl), Hagen (Jörg Dehm mit 39), Hamm (Thomas Hunsteger-Petermann mit 63), Krefeld (Gregor Kathsede mit 39), Leverkusen (Reinhart Buchhorn mit 39), Münster (Markus Lewe mit 49), Solingen (Norbert Feith mit 38) und Wuppertal (Peter Jung mit 47). Von den 31 Landräten stellt sie jetzt noch 25 (vorher 26). Für MP Jürgen Rüttgers ist die Kommunalwahl "kein Gradmesser" für die Bundestagswahl und die Landtagswahl im Mai 2010.
Die SPD verlor 2,3 Prozent auf 29,4 Prozent und sank unter die 30-Prozent-Marke, konnte aber die Städte Köln (Jürgen Roters mit 54 Prozent), Bielefeld (Peter Claussen mit 43) und Essen (Rinhard Pass mit 46) erobern. Weitere SPD-OB sind: Ottilie Scholz mit 52 Prozent in Bochum, Jürgen Nimpsch mit 40 in Bonn, Bernd Tischler mit 52 in Bottrop, Ullrich Sierau mit 45 in Dortmund, SGK-Landesvorsitzender Frank Baranowski mit fast 64 in Gelsenkirchen, Horst Schiereck mit 59, Norbert Bude mit 49 in Mönchengladbach, Dagmar Mühlenfeld mit 43 in Mülheim, Klaus Heinrich Wehling mit 47 in Oberhausen und Beate Wilding mit 46 Prozent in Remscheid. Die SPD ist stärkste Kraft in den Großstädten, zweite Kraft in den Stadträten und behielt ihre fünf von 31 Landräten. Landeschefin Hannelore Kraft freute sich: "In schwieriger Zeit haben wir uns behauptet." Bernhard Daldrup, Geschäftsführer der SGK NRW, nannte den Wechsel der Stadtspitzen von Aachen, Hagen und Leverkusen mit insgesamt gut 500 000 Einwohnern zur CDU gegenüber denen von Bielefeld, Essen und Köln mit insgesamt ca. 1,9 Millionen Einwohnern zur SPD "einen akzeptablen Tausch für die NRW SPD".
Dritte Kraft sind die Grünen mit landesweit 12 Prozent (+1,7) und landesweiten Zuwächsen. Die FDP steigerte sich von 6,8 auf 9,2 (+2,4) und die Linke von 1,4 auf 4,4 (+3,0), blieb aber unter fünf Prozent. Wählergruppen holten 4,9 Prozent, die NPD/Rep nur 0,5 Prozent. In Monheim brachte die Jugendpartei Peto mit gut 30 Prozent ihren Bürgermeister durch, ein Pechvogel der Wahl war der Krefelder SPD-Kandidat Ulrich Hahnen, der wie 2004 erneut um wenige hundert Stimmen das Amt des OB verfehlte. Die Wahlbeteiligung sank von 54,4 auf 51 Prozent, die rd. 14,4 Millionen Wahlberechtigten entschieden über 15 200 kommunale Mandate. Die Amtszeit der OB, BM und Landräte dauert nun sechs Jahre, die der Räte und Kreistage nur fünf Jahre. Laut Mehr Demokratie e.V. wurden aufgrund der neuen relativen Mehrheitsregel bei Abschaffung der Stichwahl 101 von 323 OB, BM und Landräten nur mit relativer Mehrheit gewählt.