Insgesamt 9 700 Kilometer Stromnetz vor allem in Ostdeutschland und Hamburg gehen für einen Gesamtpreis von 810 Millionen Euro an ein Konsortium von Elia und IFM. Die beiden Strombetreiber teilen sich das Netz zu 60 Prozent für Elia, Tochter des belgischen Stromkonzerns Electrabel, der bereits in mehreren Stadtwerken wie z.B. Saarbrücken Anteile hält, die restlichen 40 Prozent gehen an den Fonds IFM.
Damit wird jetzt das zweite von insgesamt vier deutschen überregionalen Stromnetzen von einem Stromproduzenten an private Konkurrenzen verkauft, nachdem Eon im vorigen Jahr sein Netz an den holländischen Konzern Tennet verkauft hatte. Zuvor hatten Verbraucherschützer, Kartellbehörden sowie die EU-Kommission auf eine Trennung von Stromerzeugung und Netzbetrieb gedrängelt. Die beiden letztzen Stromerzeuger und Netzbetreiber RWE und EnBW wollen vorerst ihre Netze behalten.
Kritik vom Verbraucherverband
Der Bund der Energieverbraucher ist nicht zufrieden mit dem Verkauf der beiden Stromnetze an private Konzerne. Der Vorsitzender des Stromverbraucherschutzunds, Aribert Peters, sagte dazu: "Die Strompreise werden dadurch nicht sinken, auch der Wettbewerb verbessert sich nicht." Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag noch festgehalten, dass die Stromnetze in einer öffentlichen Netz AG vereint werden sollen. Aber laut Vattenfall-Europa-Chef Tuomo Hatakka hatte es deswegen Rücksprache mit der Bundesregierung gegeben, und diese schien nicht unglücklich über den Verkauf ins Ausland, so Hatakka offen. Die Netz AG wird wohl in absehbarer Zeit nicht kommen – zum Schaden für Wettbewerb und Verbraucher.