Als „Schutzpatron der Kieser“ gilt er in seiner südbadischen Heimatgegend. Die Rede ist von Gundolf Fleischer, Staatssekretär und Landtagsabgeordneter der CDU in Baden-Württemberg. Nach schlappen 34 Jahren als Landtagsabgeordneter ermittelt seit einem Jahr die Staatanwaltschaft Freiburg wegen Untreue gegen Fleischer. Dies bewegte dem Staatssekretär dazu, dem neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus mitzuteilen, dass er für die Kabinettsbildung Ende Februar nicht zur Verfügung stehe.
Fleischer soll zu Gunsten von Kiesfirmen ein Hochwasserbauprojekt am Rhein jahrelang verschoben haben. Die Firmen sollen im Gegenzug insgesamt rund 40 000 Euro an die CDU gespendet haben.
In der CDU Baden-Württemberg zweifelt man nicht daran, dass Fleischer 2011 wieder für den Landtag kandidieren wird. Am liebsten will er dann nicht nur Abgeordneter sein, sondern er hält es für angemessen, dass er als Krönung seines Lebenswerkes Landtagspräsident werden sollte. Der langjährige Präsident des Badischen Sportbunds und Verwandte des vor Ort begüterten und einflussreichen Fürsten von Fürstenberg gilt seit Jahren als graue Eminenz in Südbaden.
Die Junge Union hatte den 66-jährigen Fleischer aufgefordert, den Weg für einen Generationswechsel freizumachen. Aber selbst wenn er antreten würde, stünde in den Sternen, ob die Wahlhochburg der CDU Baden-Württemberg Gundolf Fleischer im Jahr 2011 wieder blind wählen würde.