"Demokratie braucht Qualität" heißt die Studie des Politologen Prof. Dr. Roland Roth, die er im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin erstellt hatte. Dabei trug er Best-Practice-Beispiele zur Bekämpfung des Rechtsextremismus vor Ort aus den drei Handlungsfeldern Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammen und untersucht Erfolgsfaktoren.
Dabei rät er auf staatlicher Ebene alle Mittel auszuschöpfen wie ein Jugendrichter vom Amtsgericht Bernau in Brandenburg, der auch mal Springerstiefel als Waffe einstuft und als Auflage erhebt, keine solchen Schuhe zu tragen. Als zivilgesellschaftliche Initiative lobte Roth das Bürgerbündnis im sachsen-anhaltischen Wernigerode oder das Stuttgarter Abrahamhaus, das über die gemeinsamen Wurzeln der drei Buchreligionen informiert, um Antisemitismus und Antiislamismus entgegenzutreten. Im Bereich der Wirtschaft hob Roth die "Initiative gegen Rechts" mit ihrer Aktion "Service-Wüste für Nazis" im Berliner Bezirk Friedrichshain-Keuzberg hervor, die Nazis über Plakate in Kneipen von Übergriffen abschreckt. Auch der Brandenburger Hotelier, der Neonazigrößen Hotelverbot erteilte, fällt in diese Kategorie. Ziel aller Initiativen müsse sein, so der Sozialwissenschaftler weiter, mehr Demokratie und Toleranz zu fördern. Gelebte Demokratie sei das beste Mittel gegen Rechtsextremismus: So benannte der Stadtrat im sächsichen Riesa einstimmig die Straße, in der der NPD-Verlag sitzt, in Geschwister-Scholl-Straße um.