Angesichts der abschließenden Lesungen im Deutschen Bundestag zum Energiekonzept der Bundesregierung kritisiert der VKU erneut die fehlende Balance des Konzeptes: "Fairer Wettbewerb, intelligent gesteuerte Verteilnetze, umwelteffiziente Kraft-Wärme-Kopplung sowie Fernwärme werden nicht thematisiert", bemängelt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.
"Vier gewinnen. Millionen verlieren."
Derweil fahren die Stadtwerke – flankiert von einigen Landesministern – schwere Geschütze auf: In einer ganzseitigen Anzeige in diversen Tageszeitungen bricht sich der Frust und der Protest der Initiative „Pro Wettbewerb und Klimaschutz" Bahn. Die Laufzeitverlängerung der Atommeiler benachteilige die Stadtwerke, ebenso wie die Verbraucher, zu Gunsten der vier großen Energieversorger. Wichtige Innovationen und Investitionen für Umwelt und regionales Wirtschaftswachstum würden so ausgebremst oder gar konterkariert.
Stadtwerke im Hintertreffen
Auch der VKU kritisiert die Konzeption von Schwarz-Gelb als feindlich für den energiewirtschaftlichen Mittelstand, der für Wettbewerb und eine umweltverträgliche Weiterentwicklung der Energiewirtschaft sorge. Ein konkretes Beispiel für die Kritik der VKU sei die geplante Streichung von Steuernachlässen für die Fernwärme. Gerade die Kraft-Wärme-Kopplung sei eine Domäne der Stadtwerke.
Für die Integration der Erneuerbaren Energien in das Energiesystem sei es zudem unverzichtbar, die Stromnetze der Stadtwerke, also die Leitungen zum Kunden, fit für die Zukunft zu machen. Im Energiekonzept sind die hierfür notwendigen Investitionen auf Seiten der Stadtwerke von über 20 Milliarden Euro an keiner Stelle erwähnt. Für den Ausbau der Verteilnetze zu intelligenten Netzen müssten vom Gesetzgeber sichere Rahmenbedingungen und Anreize für Investitionen gesetzt werden.