400 Gäste wollten am Montag morgen sehen, wie Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, den seit 1977 existierenden und mit 10 000 Euro dotierten Gustav-Heinemann-Bürgerpreis aus der Hand des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel erhielt. Geehrt wurde Buschkowsky als perfektes Beispiel für die (bürgerlichen) Tugenden, die der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann von aktiven Staatsbürgern erwarte. Gabriel würdigte Buschkowsky als "Kümmerer mit viel Verstand und großem, aber auch heißem Herzen".
Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, "ehrte" den nicht nur für ihn Unbequemen mit den Worten: "Heinz Buschkowsky ist Dorfschulze par excellence." Buschkowsky konterte freundlich: "Ich habe mich immer in Neukölln wohl gefühlt. Irgendwann bin ich an meine Grenzen gestoßen und Klaus hat den Schreibtisch nicht frei gemacht."
Bundesweit bekanntester Bezirksbürgermeister
Bekannt gemacht hatten Buschkowsky seine Äußerungen zum Scheitern von Multikulti, sein Engagement um die bundesweit in die Schlagzeilen geratene Rütli-Schule, die Erfindung der Stadtteilmütter (Migrantinnen, die um Elternengagement werben), die Idee, lieber das Kindergeld zu kürzen, um damit eine bessere Bildungsinfrastruktur zu finanzieren, und das Eintreten für Leistung und Solidarität. Die mit dem Preis einhergehenden 10 000 Euro will Buschkowsky zwei Neuköllner Institutionen zukommen lassen, die ihm am Herzen liegen.