Vom 7. bis 8. November war die Messe Erfurt fest in kommunaler Hand. Die Bundes-SGK hatte rd. 300 Delegierte und viele Gäste zur 13. ordentlichen Bundesdelegiertenversammlung in die sog. Blumenstadt geladen. Neben den üblichen Präliminarien wie Wahl des Vorstands (zum Vorsitzenden wieder gewählt wurde Dortmunds OB und DEMO-Herausgeber Gerhard Langemeyer, Stellvertreter/innen wurden Halles OB Dagmar Szabados, das MdB Gabriele Groneberg, Jürgen Kanehl, Kreistagsfraktionsvorsitzender Ostvorpommern, die Landrätin des Kreises Bad Dürkheim, Sabine Röhl, und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Gemeinderatsfraktion Stuttgart, Annette Sawade) und Antragsberatung und -beschließung gab sich auch viel landes- und bundespolitische Prominenz die Klinke in die Hand.
So redete am ersten Tag Vizekanzler und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der während des Grußworts von Erfurts OB Andreas Bausewein in die Halle marschierte und dieser deswegen einige Minuten warten musste, bevor er seinen Gruß zu Ende bringen konnte, über die kommunale Kraft der SPD in den Kommunen und der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Thüringen, Christoph Matschie, darüber, warum Bildung den sozialen Zusammenhalt fördert. Der Vorsitzende der SPE-Fraktion im EU-Parlament, Martin Schulz, begann mit den wegweisenden Worten: "Europa wird schlecht regiert, denn es wird rechts regiert", und begeisterte die Delegierten auch weiter mit seinem Vortrag zu Europa und Kommunen (und bekam als einziger Redner der beiden Tage stehende Ovationen), während Bundesarbeitsminister Olaf Scholz den ersten Tag mit den Kernthemen der SPD, Arbeit und Soziales, beschloss.
Gestärkt vom Kommunalen Abend, der im Kaisersaal von Erfurt stattgefunden hatte, lauschten die Delegierten am zweiten Tag Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, der die Perspektiven für die Entwicklung der Kommunen darlegte, den bundespolitischen Teil beschloss SPD-Generalsekretär Hubertus Heil mit einem Ausblick, welche Verantwortung den Kommunen für Deutschland obliegt. Zwischen beiden diskutierte man wiederum mit bundes- und landespolitischer Prominenz zu den kommunalpolitischen Themen Stärkung der sozialen Stadt (mit Tiefensee und Hella Dunger-Löper Staatssekretärin für Stadtentwicklung in Berlin), die vielen Ansatzpunkte des kommunalen Klimaschutzes (mit dem Bürgermeister von Schwäbisch Hall, Hermann-Josef Pelgrim, und Hannovers OB Stephan Weil) sowie die Sicherung der Daseinsvorsorge in dünn besiedelten Räumen (mit Heike Taubert, MdL und Vorsitzende der SGK Thüringen, und Franz Einhaus, Landrat des Landkreises Peine und Vorsitzender der SGK Niedersachsen).
Gegen 13 Uhr am zweiten Veranstaltungstag verließen viele Delegierte die Erfurter Messe mit dem guten Gefühl, kommunal gut aufgestellt zu sein, und dem etwas unsicheren Gefühl, ob das landes- und bundesweit genauso ist.