Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern war im Juli 2010 – in Einklang mit der Landesregierung – sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: Das beschlossene Kreisstrukturgesetz sei notwendig, um auf die schrumpfende Einwohnerzahl zu reagieren. Zudem sollen sich die Einsparpotenziale auf mindestens 40 Millionen Euro belaufen.
Vor allem aber wurde beschlossen, die Anzahl der Kreise im Land von vormals 12 auf nunmehr sechs zu reduziert. Von den bis dato sechs Kreisfreien Städten werden ab dem 4. September 2011 nur noch zwei diesen Status genießen.
Gericht weist die Klage ab
Fünf Landkreise und die Kreisfreien Städte Greifswald und Wismar klagten gegen das Gesetz. Sie sehen ihre kommunale Selbstverwaltungsgarantie verletzt und argumentieren, dass die neuen Großkreise eine bürgernahe Politik unmöglich machten.
Einige der neuen Kreise werden die Größe des Saarlandes übertreffen und zugleich die Größten in ganz Deutschland sein. Das Flächenland im Nordosten wird, so sagen Prognosen, bis 2020 von seinen rund 1,65 Millionen Einwohnern etwa weitere 150 000 verlieren. Bereits jetzt ist Mecklenburg-Vorpommern mit 71 Einwohnern je Quadratkilomether das am dünnsten besiedelte Land.