Adolf Sauerland war nach der Love-Parade-Katastrophe im Juli 2010 in die Kritik geraten. Damals kamen bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben. Sauerland weigerte sich anschließend lange, eine moralische Verantwortung für die Tragödie zu übernehmen.
Die Abwahl des 56-jährigen Oberbürgermeisters wurde durch die Initative „Neuanfang für Duisburg“ ins Rollen gebracht. Diese hatte ein entsprechendes Bürgerbegehren initiiert und mit 68.000 Unterschriften den Bürgerentscheid über Sauerland erzwungen. Einen freiwilligen Rücktritt hatte dieser abgelehnt.
Sauerland ist der erste Bürgermeister einer nordrhein-westfälischen Großstadt, der durch ein Abwahlbegehren aus dem Amt gewählt wurde. Möglich sind derartige Abwahlbegehren in NRW erst seit Mai 2011. Sie sind erfolgreich, wenn die Mehrheit der Wähler für die Abwahl stimmt und diese Mehrheit mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten ausmacht.
Die Amtsgeschäfte werden bis zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters von Rathauschef Peter Greulich (Grüne) und dem ehrenamtlichen Bürgermeister Benno Lensdorf (CDU) übernommen. Innerhalb eines halben Jahres muss nun ein Nachfolger für Sauerland gewählt werden. Als wahrscheinlicher Wahltermin wird der 17. Juni gehandelt.