Heute fällt der Startschuss für den Bahnhof Stuttgart 21, das größte deutsche Verkehrsinfrastrukturprojekt. Geplant ist, bis 2018 den ehemaligen Kopfbahnhof der baden-württembergischen Landeshauptstadt zwölf Meter tief unter die Erde zu verlegen und zu einem Durchgangsbahnhof zu machen; dafür werden 60 Kilometer Tunnel gegraben. Die Stadt erhält dadurch 100 Hektar zusätzliche Fläche in bester Citylage, der Fernverkehr wird zügiger vonstatten gehen und viele Fahrzeiten werden verkürzt.
Allerdings erst, wenn der Bahnhof fertiggestellt ist. Bis dahin wird sich die Baustelle als ein Nadelöhr erweisen, da sie den Taktfahrplan durcheinanderbringt, und auch Pendler werden nicht ab 2018 profitieren. Da viele Nahverkehrszüge nämlich dieselbetrieben sind und wegen der Abgase nicht in den Tunnel fahren dürfen, werde viele Nahverkehrsreisende gezwungen sein, in einem der Bahnhöfe vor Stuttgart umzusteigen, wenn sie in die Stadt reinwollen.
Außerdem bindet der Bau viele Ressourcen, die anderswo vielleicht dringender nötig gewesen wären. So bemängeln die Kritiker, dass ein Umbau des alten Bahnhofs bei weitem nicht die veranschlagten 4,1 Milliarden Euro, die laut Bundesrechnungshof auf bis zu 5,3 Milliarden Euro steigen können, verschlungen hätten. Auch wird seinen Angaben nach die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke nicht für die veranschlagten zwei Milliarden Euro zu bauen sein, sondern höchstwahrscheinlich bis zu 60 Prozent mehr kosten. Insgesamt fehlen laut den Grünen bis bis zum Jahr 2020 20 Milliarden Euro für vom Bund geplante Schienenprojekte.
Bahnhof Stuttgart
Ich habe den Artikel retweetet, d.h. auf meinem Twitter-Account meinen Followern (Abonnenten) zur Disposition gestellt. Es sind darunter auch Bahn- und Modellbahninteressierte, die daran ihre helle Freude haben müssten, so sie ihn überhaupt zu Gesicht bekommen. Ich teile den Inhalt des Artikels, der die Problematik mit knappen Worten auf den Punkt bringt.