Die Bürgerinitiative Wir Wollen Lernen (WWL) hat mit 184 000 gesammelten Unterschriften mit einem Volksentscheid gedroht, falls die geplante Grundschule von vier auf sechs Jahre aufgestockt wird. Die sogenannte Primarschule bis zur 6. Klasse bleibt wie geplant, aber es wird weiterhin das Elternwahlrecht geben, dass heißt, die Eltern können weiterhin entgegen der Schulempfehlung ihre Kinder ins Gymnasium schicken. Die SPD hatte noch die Klassengröße auf unter 23 Schüler drücken können und in sozial belasteten Gegenden sogar nur 19 Schüler pro Klasse. Jede Stadtteilschule kriegt eine Oberstufe, um die Abiturwahl zu ermöglichen. In der siebten Klasse soll es dann einen Eignungstest geben. Ob es das Hinausschieben der Primarschule bis 2012 war oder die Abschaffung des Büchergelds, ist unklar, aber die WWL ließ durch ihren Sprecher Walter Scheurl verlauten, dass der Kompromiss „enorme Verbesserungen an manchen Stellen“ habe. Vor der Einigung im Senat hatten CDU und GAL vergebens mit der WWL über einen Kompromiss verhandelt.
Politiker und Bürgerinitiative haben sich gegenseitig Vorwürfe wegen mangelnder Kompromissbereitschaft gemacht. Fraglich ist noch, ob die WWL mit den gesammelten Unterschriften ein Begehren über einen Volksentscheid einreichen wird. Nach einer Meinungsumfrage des Norddeutschen Rundfunks sind 46 Prozent für die Beibehaltung der Grundschule und damit gegen die geplante Schulreform. 45 Prozent der befragten Hamburger sind Befürworter der Primarschule.