Nachdem Eltern seit Mai starke Probleme hatten, die Betreuung ihrer Kinder zu organisieren, kam es am Montag zu einer Einigung im Kita-Tarifstreit, die im Januar beim Beginn der Gespräche noch nicht abzusehen war. Nachdem die Verhandlungen im April gescheitert waren, kam es zu Streiks in kommunalen Kindertagesstätten.
Die Präsidentin des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Petra Roth, hält „es für richtig und wichtig, dass mit der Einigung im Tarifstreit der Beruf von Erzieherinnen und Erziehern aufgewertet wird“. Laut ver.di hätte das Ergebnis noch besser ausfallen können. Der Abschluss wird am 1. November in Kraft treten, wenn er in einer Urabstimmung von den Gewerkschaftsmitgliedern akzeptiert wurde. Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Caren Marks, begrüßt die Vereinbarungen für Erzieherinnen und Erzieher und betont, dass eine faire Bezahlung für die Verbesserung der Betreuungsqualität notwendig sei.
Petra Roth sieht aber auch den hohen Preis, der für die Tarifeinigung gezahlt werden muss. Sie träfe die Kommunen, die derzeit mit deutlichen Steuerrückgängen und steigenden Sozialausgaben infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise zu kämpfen hätten, sagte sie. Auch der Hauptgeschäftsführer des Städte und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, weist auf das fehlende Geld in den Kommunen hin. Seine Schätzung der Kosten, die auf die Kommunen zukommen, beträgt 500 bis 750 Millionen Euro.