Angesichts leerer Kassen gebe es keinerlei Spielräume für Steuersenkungen, erklärte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude am Rande eines Festakts zum 20-jährigen Jubiläum der ersten demokratischen Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Schwerin. Ude forderte die Bundesregierung auf, die Kommunen von kostspieligen Aufgaben zu befreien und ihre Einnahmelage nicht weiter zu verschlechtern, sondern durch Verbreiterung der Bemessungsbasis - etwa durch Einbeziehung von Freiberuflern in die Gewerbesteuer - zu verbessern: "Wer soll verstehen, dass der kleine Zahntechniker diese Steuer zahlen muss, gut gehende Anwaltskanzleien oder Arztpraxen aber nicht", so der Vizepräsident des Deutschen Städtetages.
Die Gewerbesteuer - mit jährlich 30 bis 40 Milliarden Euro Volumen die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinden - stehe bei den Beratungen der Gemeindesteuerreformkommission auf dem Prüfstand. Bei den Bürgermeistern herrsche Konsens darüber, dass eine Abschaffung nicht in Frage komme. Die Hauptaufgabe der Kommission sieht er darin, die Ausgabenseite zu prüfen: "Der Bund kann nicht immer neue Versprechungen machen und dann die Rechnungen an die Rathäuser schicken." Ude kritisierte auch die bereits von der FDP durchgesetzten Steuersenkungen(sog. "Wachstumsbeschleunigungsgesetz") u.a. für Hoteliers, die den Kommunen zusätzlich zu den Krisenlasten weitere Milliardenverluste beschert hätten.