Die vernünftige Hausmannsdevise, erst dem Nachwuchs eine Ausbildung sichern und erst dann guckt man ob das Geld reicht, scheint in Brandenburg zu walten. Denn erst wenige Stunden nachdem die rot-rote Landesregierung ein Schüler-Bafög-Gesetz für Abiturienten mit Eltern mit niedrigem Einkommen beschlossen hatte, kündigte Finanzminister Markov eine Haushaltssperre an. Dabei unterstrich er, dass es sich nur um eine Teilsperre handele, wobei es sich um zwei Prozent der Personalmittel und 20 Prozent der regulären Ausgaben drehe. Dies geschehe zur Sicherung der Handlungsfähigkeit des Landes so Markov. Die mit MP Matthias Platzeck, aber weder mit den Regierungs-, noch mit den Oppositionsfraktionen vorher besprochene Haushaltssperre brachte der Regierung von seiten der Opposition heftige Kritik ein: Sie forderte wegen "Missachtung des Parlaments" eine Regierungserklärung des Ministerpräsidenten. Hniter vorgehaltener Hand wure auch Kritik aus dem Regierungslager laut, von einem "kommunikativen Desaster" sprach SPD-Generalsekretär Klaus Ness.
Ministerpräsident Matthias Plazeck meinte dazu: "Es ist eine gesetzliche Plicht des Finanzministers, Vorsorge zu treffen, wenn er Gefahren für den Haushalt sieht." Eine Haushaltssperre sei übliches Regierungshandeln. Einen Zusammenhang mit dem Schüler-Bafög gäbe es zudem nicht. Das Gesetz, so Platzeck weiter, erfülle ein zentrales Wahlversprchen seiner rot-roten Landesregierung.