Nach den Konflikten um den Moscheebau in Köln-Ehrenfeld zeigen andere deutsche Städte, dass dies ganz friedlich verlaufen kann: In Berlin-Pankow wurde gestern im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) eine Moschee für die 200 Mitglieder zählende Ahmadiya-Gemeinde eröffnet. 200 geladene Gäste waren dabei, so begrüßte SPD-Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse den Bau als Ausdruck der Religionsfreiheit und appellierte an Anwohner und Gemeinde, sich um gegenseitiges Verständnis zu bemühen. Bürgermeister Klaus Wowereit bat die Gemeinde, weiter ihren Beitrag dafür zu leisten, "dass Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft im Dialog miteinander sich besser kennen lernen und Vorurteile abbauen." Zwar demonstrierten einige Teilnehmer der "Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger" (Ipahb) gegen die Einweihung. Die anfangs ablehnende Pankower CDU war aber nach Gesprächen mit der Gemeinde zum Toleranz-Bündnis von SPD, Linke, Grünen und FDP übergetreten.
In Aachen billigte der Gemeinderat einstimmig den Bebauungsplan der Yunus-Emre-Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinschaft DITIB. Das 3 000 Quadratmeter-Grundstück wird seit 20 Jahren von der DITIB genutzt und soll u.a. einen Gebetsraum für 1 000 Personen und ein 41 Meter hohes Minarett erhalten. In Duisburg-Marxloh wo jeder dritte Bürger Ausländer ist, wird am 26. Oktober u.a. von MP Jürgen Rüttgers und OB Adolf Sauerland (beide CDU) eine 7,5 Millionen Euro teure Moschee mit 34 Meter hohem Minarett eingeweiht. Dank der intensiven Werbearbeit der politisch gut integrierten türkischen Gemeindemitglieder war der Bau politisch unumstritten. Die Kosten werden laut Sprecher (und Ex-CDU-Stadtrat) Kücük durch Kleinspenden aufgebracht, bis auf die 3,2 Millionen Euro, mit denen das Land NRW die Begegnungsstätte finanziert. Diese wird u.a. von einer Muslima mit evangelischem Theologiestudium betrieben. Es gab Gegrummel in der Nachbarschaft, aber inzwischen überwiegt laut "Süddeutsche Zeitung" der Stolz auf den klassisch osmanischen Moscheebau mit 23 Meter hoher Kuppel in der Folge der Ajia Sophia in Istanbul.