Wir kennen sie alle, die kleinen Autos von Google, die unterwegs sind mit Panorama-Kameras auf dem Dach, um für den "Streetview" Fotos zu machen. Ähnliche Autos sind jetzt für einige britische Kommunen auf den Straßen im Einsatz, und zwar um Verkehrssünder zu orten. Wer gesetzeswidrig parkt oder fahrend am Steuer mit dem Handy in der Hand fotografiert wird, kriegt ein Bußgeld durch die Haustür. 54 kommunale Überwachungsautos sind so in den 31 Kommunen unterwegs, und das mit riesigem Erfolg. So haben die Autos in einem Jahr stolze 9,3 Millionen Euro eingefahren, was rund 620 Euro Tageseinnahme für jedes Auto entspricht. Rund 188 000 Strafzettel wurden durch die Fotos erstellt.
Kritik an dem Verfahren gibt es vom Leiter der freiheitsliebenden liberalen Organisation "Big Brother Watch", Dylan Sharp : "Die Autos werden auf die Strassen geschickt, um Verkehrssünder zu fangen und um Geld zu beschaffen, während die Verkehrssicherheit nur ein Nebengedanke ist. Der britische Kommunalverband "Local Goverment Association" verteidigt das Vorgehen der 31 Kommunen durch ihren Sprecher David Sparks: "Die Gemeinderäte wollen sich nicht dafür entschuldigen, dass sie Bußgelder an Autofahrer vergeben, die die Straßen für Einsatzwagen von Feuerwehr und Polizei versperren, oder die Schulkinder gefährden. Ob der Einsatz von Bußgeldautos in Deutschland die Kommunalfinanzen rettet, steht in den Sternen.