Im ersten Halbjahr erhöhte sich das Gewerbesteueraufkommen demnach um 3,9 Prozent. Kristina van Deuverden, die Steuerschätzerin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, hält Mehreinnahmen von drei Milliarden Euro für möglich. Das Bundesfinanzministerium hatte mit dieser Entwicklung nicht gerechnet. Seine Prognose lag bei 36,2 Milliarden Euro - das wären vier Milliarden Euro weniger als im Rekordjahr 2007. Den Berechnungen des Finanzministeriums zu Folge müssten die Einnahmen durch die Unternehmenssteuerreform eigentlich um 2,1 Milliarden Euro zurückgehen.
Der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Stephan Articus, mahnte bei aller Freude über die gestiegenen Einnahmen auch zur Vorsicht. „Gerade arme Städte in strukturschwachen Regionen profitieren von einem Anstieg des Gewerbesteueraufkommens nur unterdurchschnittlich“, so Articus. Deswegen müssten die Länder auch weiterhin gerade diesen Kommunen durch eine ausgeglichene Finanzierung Zukunftschancen eröffnen, sagte Articus weiter. Laut Städtetag ist auch nicht damit zu rechnen, dass sich der positive Trend unverändert fortsetzt.