Das Land Brandenburg schenkt jedes Jahr das Energieunternehmen Vattenfall Wasser im Wert von 21 Millionen Euro. Alle restlichen Verbraucher, also Industrie, Landwirtschaft und normale Haushalte müssen aber zahlen für die 196 Millionen Kubikmeter Grundwasser, die sie jährlich verbrauchen. Vattenfall verbraucht aber mit 240 Millionen Kubikmetern mehr Wasser als alle andere Verbraucher in Brandenburg. Auch die kommunalen Stadtwerke erhalten keinen Freischein bei ihrem Wasserverbrauch. Damit sind nicht dem vergleichsweise armen osteutschen Bundesland seit 1994 bis zu 336 Millionen Euro an Wasserabgaben entgangen, sondern damit wird der Abbau von nicht nachhaltiger Braunkohle und deren Verbrennung subventioniert. Und das, obwohl Braunkohle noch umweltschädlicher ist als Steinkohle: Ein Sprecher der Berliner Wasserbetriebe sieht "ein Problem kommen, wenn die sauren Tagebauseen voll sind und dann Richtung Spree entwässern." Die Sulfatwerte am Wasserwerk Freidrichshagen am Müggelsee sind gestiegen.
Jetzt wird aufgrund von EU-Vorgaben die rot-rote Regierung einen Wasserpreis erheben müssen, denn laut Brüssel muss der Verursacher von Schäden im Wasserhaushalt einen "angemessenen" Beitrag zur Deckung der Kosten leisten. Man sollte meinen,wenigstens dieser Preis wäre eben so hoch wie für alle anderen im Land, aber der SPD-Landtagsabgeordnete aus Spremberg, IGBCE-Gewerkschaftsvize und Mitglied im Aufsichtsrat von Vattenfall, Ulrich Freese, kümmert sich allen Anschein nach mehr um das Wohlergehen "seines" Unternehmens als um die Umwelt und die Atemluft seiner Bürgerinnen und Bürger. Denn zu der Aussicht, dass Vattenfall zahlen muss, meint er: " Wenn Brandenburg ein verlässlicher Partner für die Industrie sein will, muss es bei den damals getätigten Zusagen bleiben". Das Land Brandenburg plant übrigens, die uzmweltverschmutzende Braunkohlenförderung und -verstromung bis zum Jahr 2050 weiter zu führen.