Mit der Haushaltssperre reagiert München auf die zu erwartenden Ausfälle der Gewerbesteuereinnahmen. Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD) schätzte diese bereits Anfang April auf eine Größenordnung von 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro, nun deutet laut "SZ" vieles darauf hin, dass es nur 1,2 Milliarden Euro werden können. Im Haushalt waren 1,6 Milliarden Euro eingeplant gewesen. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) verhängte daraufhin bereits eine umfangreiche Haushaltssperre, die nun so vom Stadtrat abgesegnet wurde. Er wolle mit „glimpflichen Maßnahmen“ einen „Kahlschlag im Herbst“ vermeiden, begründete Ude den Schritt. Er begrüßte das Mitziehen der CSU, die dem Gesamtpaket zugestimmt hatte: "So wird ihr Wort in der Finanzpolitik gewichtiger." Der Linken, für die die "Situation im Moment nicht so dramatisch ist" (Stadträtin Brigitte Wolf), bot Ude eine Wette an, dass es "spätestens im Herbst Haushaltssperren prasselt." Von allen Fraktionen gelobt wurde die Vorlage von Kämmerer Wolowicz, die keinen Stopp bei Investitionen, Zuschüssen und der Betreung beinhaltet, sondern vor allem bei Verwaltungs- und Betriebsausgaben wirkt.
Augsburg folgte inzwischen dem Münchner Beispiel. Ebenfalls mit einer Haushaltssperre will Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) sechs Millionen Euro einsparen. Vereine, Verbände und Kultureinrichtungen bekommen daher nur noch 90 Prozent der städtischen Zuschüsse, die Verwaltung muss fünf Prozent der Sachausgaben einsparen. Die Schätzungen gehen in der Fugger-Stadt von Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer von 13 Millionen Euro aus.