Die Kommunen kämpfen normalerweise gegen Kasernenschließungen bis zum Letzten, aber laut einer Studie der RWI gibt es dafür wenig Grund. Denn die Soldaten und das Verwaltungspersonal machen nur einen kleinen Teil der Einwohner in den Kommunen aus, und deshalb geht auch nur geringe Kaufkraftanteile verloren, wenn die Bundeswehrstandorte geschlossen werden. Die RWI-Analyse zeigt zudem, dass die Warnungen der Kommunen vor schweren wirtschaftliche Schäden sich als unzutreffend gezeigt haben. Als Beispiel gibt die RWI-Studie die Kasernenschließung in Memmingerberg im bayerischen Unterallgäu an, wo die Stammbelegschaft von 2 036 Personen im Jahr 2003 nur ein Anteil von 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landkreises ausmachte. Einer der Gründe für die geringen Auswirkungen der Schließungen ist, dass die Bundeswehrstützpunkte "selbstversorgend und autonom" sind: Nur Frischwaren werden bei den lokalen Händlern gekauft.
Die Studie des arbeitgebernahen RWI kommt wohl Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ganz recht, denn er denkt über weitere Schließungen von kleiner Kasernen nach. Seit 2004 wurden bereits über 100 Bundeswehrstandorte geschlossen.Im Rahmen der aktuellen Sparüberlegungen der schwarz-gelben Bundesregierung erwägt zu Guttenberg die Reduzierung der Bundeswehr von 250 000 auf 150 000 Soldaten. Vor diese Überlegungen hatte der Deutsche Städte- und Gemeindebund heftig gewarnt, weil Standortschließungen negative Folgen für die regionale Wirtschaft mit sich führen würden.