In Bad Homburg vor der Höhe war gestern die Sensation perfekt: In Hessens reichster Stadt löste der frühere grüne Stadtrat Michael Korwisi mit stolzen 59,5 Prozent die langjährige CDU-OB Ursula Jungherr (40,5 Prozent) klar ab. "Bad Homburg hat deutlich gezeigt, dass es einen Wechsel möchte," so die zerknirschte bisherige Amtsinahberin. Korwisi, der nach dem ersten Wahlgang auch von der SPD empfohlen worden war (ihr Kandidat war mit 21,7 Prozent ausgeschieden), will nun "mehr Kommunikation und mehr Bürgernähe." Im ersten Wahlgang hatten Korwisi und Jungherr noch mit 39,3 zu 39 Prozent Kopf-an-Kopf gelegen. Nun haben die Kinder der Banker (und offenbar einige Banker) in Hessens Millionärsmetropole einen Grünen gewählt.
Weder Grün noch Rot wählten dagegen die Bürger/innen von Schwäbisch Gmünd. Hier muss Wolfgang Leidig, 54, seit 2001 im Amt, seinen Sessel räumen. Der 40-jährige Leiter der Landesvertretung Baden-Württemberg, Rainer Arnold, 50, CDU, schlug den OB deutlich mit 55,4 zu 44,2 Prozent. Der Mut des Landesbeamten sei belohnt worden, gratulierte ein glücklicher Landesvater Günter Oettinger. Keinen Mut nötig hatte dagegen Bernd Vöhringer, der 2001 als jüngster deutscher OB ins Rathaus in Sindelfingen gewählt worden war. Diesmal musste sich der 40-jährige CDU-Politiker nur dem Gegenkandidaten Wolfgang Frank stellen. Der 64-jährige Mineralölunternehmer erreichte ganze 8,05 Prozent, Vöhringer hervorragende 91,4 Prozent. Letzterer bedauerte nur die geringe Wahlbeteiligung von 29,34 Prozent - zu klar schien den Sindelfingern offenbar der Ausgang dieser Direktwahl. Die Ergebnisse belegen jedenfalls die alte Binsenweisheit, dass Direktwahlen zuallererst Persönlichkeitswahlen sind, bei denen jenseits der Parteiarithmetik vieles möglich ist.
OB Schwäbisch Gmünd
Hallo,
unser frisch gewählter Oberbürgermeister in Schwäbisch Gmünd
heißt nicht Rainer sondern Richard Arnold und ist 50 Jahre!
mfg.
Martin Rott
aus Schwäbisch Gmünd