Nur wenige Wählerinnen und Wähler beteiligten sich an fünf Landratswahlen in Brandenburg. Bei Beteiligungen von 22 bis 30 Prozent erreichte keiner der Kandidaten das 15-Prozent-Quorum, dass die regierende SPD für Direktwahlen durchgesetzt hatten. Wird dieses auch beim zweiten Wahlgang am 24. Januar nicht erreicht, wählen wieder die Kreistage ihre Landräte. Bei den Abstimmungen liegen Kandidaten von SPD und CDU vorn, die von Stasi-Affären gebeutelte Linke erlitt teilweise deutliche Niederlagen.
Im Barnim hat Landrat Bodo Ihrke (SPD) die besten Chancen für die zweite Runde: Er lag gestern mit rd. 48,7 Prozent klar vor der linken Kandidatin Margitta Mächtig mit rd. 36,4 Prozent. Allerdings verfehlte auch er bei einer Wahlbeteiligung von nur 22,6 Prozent klar das 15-Prozent-Quorum. Im Spree-Neiße erzielte Amtsinhaber Dieter Friese (SPD) mit 48,04 Prozent fast die Mehrheit und geht gegen CDU-Kandidat Harald Altekrüger (35,83 Prozent) aussichtsreich ins Finale. Der linke Kreistagsfraktionschef Dieter Pagels, gegen den kürzlich Stasi-Vorwürfe erhoben worden waren, landete bei enttäuschenden 16,14 Prozent.
CDU vor Erfolgen in drei Kreisen
In drei weiteren Kreisen steht die CDU vor Erfolgen: In Oberspreewald-Lausitz verpasste der parteilose CDU-Kandidat und Schipkauer Bürgermeister Siegurd Heinze mit 49,9 Prozent hauchdünn die Mehrheit gegen SPD-MdL Martina Gregor-Ness mit 31 Prozent, verfehlte aber auch das Quorum. Hier war der CDU-Landrat wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt und dann abgewählt worden. In Elbe-Elster liegt Christian Jaschinski (CDU) mit 36,8 Prozent vor Iris Schülzke (parteilos) mit 33,8 Prozent. Amtsinhaber Klaus Richter (SPD) war nicht mehr angetreten. In Ostprignitz-Ruppin schließlich liegt CDU-Kandidat Egmont Hamelow mit 41,8 zu 28,5 Prozent klar vor SPD-Bewerber Ralf Reinhardt.
Einen klaren Sieg erreichte der 43-jährige CDU-Kandidat Jan-Pieter Rau bei der Bürgermeisterwahl in Rheinsberg: Er siegte mit 66 Prozent vor SPD-Kandidatin Sabine Heiden, die auf 14 Prozent kam. SPD-Amtsinhaber und SGK-Landesvorsitzender Klaus Richter war nach 16 Amtsjahren im Herbst 2009 in den Brandenburger Landtag gewählt worden.