Ein Aufruf des Bündnisses "Dresden Nazifrei" hat wohl geholfen, denn am Samstag ist der Aufmarsch von Neu- und Alt-Nazis kläglich versandet. Um die 5 000 Rechtsextremisten wurden von der Polizei neben dem Neustädter Bahnhof festgehalten, um einen Zusammenstoß mit der anti-rechten Demonstration in Form von einer drei Kilometer langen Lichterkette zu vermeiden.
Die Lichterkette mit viel Prominenz. unter anderem vertreten durch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und die Dresdener Bischöfe Jochen Bohl und Joachim Reinelt, dazu wurde die Jüdische Gemeinde durch Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl vertreten, war offenbar erfolgreich.
Von Seiten der Oberbürgermeisterin Dresdens, Helma Orosz (CDU), hieß es, dass die Dresdner sich gegen den Marsch gewehrt hätten. Aber es ist gewiss, dass rund 120 Busse mit Gegnern des Nazimarsches von außerhalb in die Stadt kamen, um das erste Mal nach zwölf Jahren den Marsch zu verhindern.
Die jährlichen Versammlungen und Märsche geschehen, um des Bombardements Dresdens in den Nächten zwischen dem 13. und 14. Februar 1945 zu gedenken. Die Stadt wurde dabei nahezu völlig zerstört und etwa 25 000 Menschen verloren ihr Leben. Während des ganzen Aufmarschtags waren 5 693 aus der ganzen Bundesrepublik einberufene Polizisten im Einsatz. Nichtsdestotrotz bezeichnete Polizeipräsident Dieter Habernitsch die Lage als „teils unübersichtlich“. Mit dieser Lageeinschätzung hätte auch alles schief gehen können, aber am Ende des Tags gab es nur 29 Festnahmen und mindestens 27 Verletzte. Nachdem den 5 000 Alt- und Neonazis endgültig der Marsch von der Polizei wegen der Sicherheitslage untersagt wurde, durften die „Marschteilnehmer“ nur mit dem Zug Dresden wieder verlassen.
Ihren Frust, nicht marschieren zu dürfen, ließen etliche vermutliche Marschteilnehmer nachher in der Stadt Pirna in der Sächsischen Schweiz aus, in dem sie Büros eines SPD-Landtagsabgeordneten und der "Pirnaer Aktion Zivilcourage" verwüsteten. Auch im ostthüringischen Gera kam es zu Ausschreitungen, die Polizei nahm hier 183 Neonazis vorläufig fest.
In einem Jahr wird wohl dennoch wieder marschiert werden, denn bis zum Jahr~ 2015 hat die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) ihre so genannten „Trauermärsche“ in Dresden angemeldet.
http://www.taz.de/1/politik/d
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/ob-orosz-lobt-nur-sich/
Um die 5 000
Um die 5 000 Rechtsextremisten wurden von der Polizei neben dem Neustädter Bahnhof festgehalten, um einen Zusammenstoß mit der anti-rechten Demonstration in Form von einer drei Kilometer langen Lichterkette zu vermeiden.
Das ist inhaltlich völlig falsch. Die Lichterkette war ganz wo anders. Bitte recherchieren sie das nochmal!
Unrecht
Egal wie man zu rechts steht, das war wohl eine genehmigte Demonstration und wurde mit Blockaden verhindert. Die Polizei hätte die Pflicht gehabt, die Wege frei zu machen.
Nichts gegen durchaus sinnvolle Gegendemonstrationen aber hier wurden die Rechte einiger Bürger unrechtmäßig eingeschränkt und man wundert sich darüber, dass so manche Politiker, die noch verantwortungsbewußt denken, nicht uneingeschränkt Beifall klatschen. Wenn es illegal ist gehört es eben verboten und wenn es erlaubt ist hat kein ehrlicher Demokrat auf diese Art und Weise zu stören. Eine gesunde und starke Demokratie muss auch andere Meinungen hinnehmen und kann sie durchaus auch verkraften. Alles andere ist meiner Meinung nach eine ungrechtfertigte Einschränkung der Meinungsfreiheit, welche eines der höchsten Güter ist, die es ständig zu verteidigen gilt.
im kommenden Jahr...
... sollten sich die Menschenkettler und Blockierer zusammentun.
Gemeinsam bilden wir dann eine große Menschenkette von 25.000 Teilnehmern, um die die Nazis dann friedlich herummarschieren können. Um trotzdem unsere Verachtung gegen den Trauermarsch zu zeigen, werden wir dann noch mit Schalmeien und Posaunen Musik machen.
Am nächsten Tag darf es dann in der Zeitung heißen:
"Die Dresdner Bevölkerung hieß die friedliebenden Demokraten mit Pauken und Trompeten willkommen und bildete ein würdiges Spalier für den Trauermarsch zum Gedenken an das Ansehen der Opfer der Bombernacht. Die demonstrierenden Demokraten zeigten ihre überbordende Verbundenheit und Treue zum Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland dann durch das Singen aller drei Strophen des Deutschlandliedes."
Dies wird das Bild sein, wenn wir auf die Blockade als Mittel des Protestes verzichten. Aufstand gegen eine Wiederholung der Ereignisse von 1933 bis 45 kann nur gemeinsam funktionieren. Dies ist die leidvolle Erfahrung aus dem Ende der Weimarer Republik. Jeder trage bitte den Teil, den er selbst aufbringen kann, dazu bei. Der Gläubige mit Gebet unter freiem Himmel, der Bürger mit der weißen Rose in der Menschenkette und auch der Blockierer, der zivilen Ungehorsam als letztes friedliches Mittel des Protestes sieht.