Damit aber nicht genug, denn laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, „Ländermonitoring frühkindliche Bildungssysteme“, übersteigt die Nachfrage nach Kinderbetreuung für die unter Dreijährigen bei weitem das Angebot. So besuchte jedes fünfte unter einjährige Kind im vergangenen Jahr eine Betreuungsstelle. Bei den zweijährigen waren es 40 Prozent. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Stephan Articus, erklärte, dass die bundesweite Betreuungsqoute von 35 Prozent nicht ausreichend sein wird und dadurch der Rechtanspruch der Eltern nicht gewährleistet ist. Deswegen fordert Articus das Bundesfamilieministerium auf, den Bedarf neu zu berechnen. In Deutschland fehlen mindestens 348 000 Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) rechnet mit einer Kostensteigerung von bis zu 16 Milliarden Euro, wenn nur die 35-Prozent-Quote erfüllt werden muss. Schon 2008 gaben die Kommunen 13 Milliarden Euro für die Kleinkinderbetreuung aus.