Selbst am 27. September gab es SPD-Direktwahlerfolge. Einer der wichtigsten war die Wahl Prof. Joachim Hoffmann-Göttigs zum Koblenzer OB. Der 58-jährige Politologe und Vater zweier Töchter holte am Tag der Bundestagswahl etwa die doppelten Prozente wie der Koblenzer MdB-Kandidat. Bei einer Wahlbeteiligung von 66,7 Prozent holte er 29 221 zu 24 488 Stimmen bzw. 54,4 zu 45,6 Prozent gegen seinen CDU-Kontrahenten Peter Labonte, OB des nahe gelegenen Lahnstein. Der bisherige Kulturstaatssekretär Hoffmann-Göttig folgt daher am 1. Mai 2010 dem seit 1994 amtierenden Koblenzer Oberbürgermeister Eberhard Schulte-Wissermann, 66, (SPD), der dann in Pension geht.
Neuer OB will Bürger stark beteiligen
Hoffmann-Göttig war als unabhängiger Kandidat angetreten und hatte über eine Bürgerinitiative Zuspruch aus vielen Gruppen gesucht – und gefunden. Den wird er auch brauchen bei sieben Fraktionen im Koblenzer Stadtrat, wobei die SPD nur 14 von 56 Sitzen hat. Politologe Hoffmann-Göttig will auch bei zwei anstehenden Großprojekten Sachverstand nutzen und die Bürger beteiligen: Einmal die Bebauung des Koblenzer Zentralplatzes, die beiden Volksparteien bei den Kommunalwahlen im Juni herbe Verluste bescherte. Und zweitens die Bundesgartenschau, die er im April 2010 eröffnen kann.
Inhaltlich will der künftige OB den Arbeits- und Bildungsstandort sichern, die soliden Finanzen bewahren und die Schwerpunkte IT, Gesundheit und Tourismus weiter entwickeln. Helfen soll dabei ein neuer Stil, der auf „Offenheit, Transparenz, Bürgerbeteiligung und auf Glaubwürdigkeit“ setzt. Praktisch denkende Koblenzer freuen natürlich die guten Kontakte des Staatssekretärs seit 1991 zur Landesregierung sowie Eigenschaften Hoffmann-Göttigs, die geeignet sind, auch die gelegentlich unruhige Koblenzer SPD zu befrieden: Marion Lipinski-Naumann, Chefin der Ratsfraktion nennt vor allem „Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Erfahrung.
Ihr artikel
Ihr Lieben, zwar habt Ihr meinen Namen in der Überschrift mit einem f richtig geschrieben, dafür aber im Artikel kontinuierlich falsch mit ff.
Die Bundesgartenschau werde ich nicht im April 2010 eröffnen (da bin ich noch gar nicht im Amte, wie iihr richtig schreibt ist nämlich Amtsbeginn 1. Mai 2010), sondern im April 2011.