Der Städtetag und der Gemeindetag pflegen wie vielerorts auch in Baden-Württemberg meist eher ein höfliches Nebeneinander. Angesichts unterschiedlicher Interessen - so sind Arbeitslosigkeit und steigende Soziallasten in größeren Städten stärker ausgeprägt und der Beharrungstendenz von Verbänden - ist es fast eine Sensation, dass sich Vertreter beider Kommunalverbände laut "Stuttgarter Zeitungen" getroffen haben, um "Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit auszuloten." Anfang September soll demnach ein Treffen auch mit den Präsidenten stattfinden, dem Städtetagspräsidenten und Ulmer OB Ivo Gönner (SPD) und dem Gemeindetagspräsidenten Roger Kehle (CDU). Beide Seiten wollen angesichts der finanziellen Probleme ihre Interessen und Ressourcen v.a. gegenüber der schwarz-gelben Landesregierung stärker bündeln. Ganz so weit geht die allgemeine kommunale Verbrüderung allerdings nicht: Es hieß, eine Fusion stehe derzeit nicht zur Debatte, sei aber mittelfristig nicht auszuschließen.
Noch keine Gemeinsamkeiten suchen die beide Stadtverbände mit dem gerade im Südwesten starken Landkreistag. Der weiß mit seiner Riege aus einflussreichen CDU-, FDP- und Freie Wähler-Landräten die konservativ-liberale Landesregierung oft hinter sich - auch gegen die Interessen von Städten und Regionen wie die Region Stuttgart.