Im Gesamtergebnis ist den vorläufigen Endergebnissen zufolge die CDU trotz ihrer Verluste die stärkste Kraft in Niedersachsen. 37 Prozent (2006: 41 Prozent) der Wähler stimmten für die Christdemokraten. Für die SPD stimmten 34,9 Prozent (2006: 36,6 Prozent) Die Grünen konnten ihr Ergebnis mit 14,3 Prozent (2006: 7,8 Prozent) fast verdoppeln. Die FDP rutscht um 3,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent ab. Die Linke legt um 1,5 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent zu.
Wechselstimmung bei den Direktwahlen
Die Wolfsburger beendeten nach zehn Jahren die Führung der CDU und wählten mit Klaus Dieter Mohrs den SPD-Kandidaten zum neuen Oberbürgermeister (63,1 Prozent). Damit setzte er sich klar gegen die ehemalige Kultusministerin des Landes Elisabeth Heister-Neumann (CDU) durch, die gerade mal 26,3 Prozent der Stimmen erhielt. Im Gegenzug konnte sich in Wilhelmshaven Andreas Wagner von der CDU (36 Prozent) gegen Thomas Städtler von der SPD (29,8 Prozent) durchsetzen. Spannend verlief das Kopf-an-Kopf-Rennen in Nordhorn: Dort hat sich mit Thomas Berling der Kandidat der SPD (50,1 Prozent) mit einer hauchdünnen Mehrheit von 0,2 Prozentpunkten gegen seinen CDU-Konkurrenten Frans Willeme behauptet. Oliver Junk (CSU) wird, unterstützt von der Schwesterpartei CDU, als Oberfranke die Geschicke Goslars lenken können. Bei der Direktwahl in Emden konnte sich mit 38,8 Prozent der Stimmen Bernd Bornemann (SPD) als Nachfolger seines Parteikollegen Alwin Brinkmann behaupten. In Cuxhaven unterlag die Sozialdemokratin Susanne Puvogel nur knapp ihrem parteilosen Kontrahenten Ulrich Getsch.
Stadtratswahlen
In der Landeshauptstadt Hannover konnten sich die Grünen zwar über große Zuwächse freuen – dennoch bleibt die SPD mit 36,4 Prozent die stärkste Kraft. Die FDP stürzte indes auf rund drei Prozentpunkte ab. Auch die CDU schrumpfte auf 31 Prozentpunkte, was ein Minus von rund vier Punkten im Vergleich zum Wahljahr 2006 ausmacht. Auch wenn in Göttingen die Grünen nach der Auszählung von gut zwei Drittel der Stimmen mehr als 28 Prozent erreichten, konnte die SPD hier mit mehr als 32 Prozent als stärkste Partei aus der Wahl hervorgehen. Bei der Oldenburger Stadtratswahl musste die CDU deutliche Verluste hinnehmen und kam mit 20,7 Prozent nur auf den dritten Platz. Die SPD besetzte mit knapp 34 Prozent vor den Grünen (27,3 Prozent) die Pole-Position. Allerdings werden die Stimmen der CDU nach wie vor sicherstellen, dass der parteilose Oberbürgermeister Gerd Schwandner bis 2014 im Amt bleibt. Neben den Grünen hatten sich auch SPD, FDP und Linke für eine Abwahl Schwandners stark gemacht – die Abstimmungen waren aber stets an der Mehrheit von CDU und Freien Wählern gescheitert.
Neue Landräte hat das Land
Auch in vielen Landkreisen wurden per Direktwahlen die Posten des Landrates neu besetzt.
Hier ein Überblick:
Im Kreis Aurich wurde Harm-Uwe Weber (SPD) mit 45,9 Prozent der Stimmen gewählt.
Bernhard Reuter (SPD) konnte mit seinen 38,4 Prozent den Kreis Göttingen von der CDU übernehmen.
Gleiches gilt für den Kreis Helmstedt: mit 59,9 Prozent löste Matthias Wunderling-Weilbier (SPD) seinen CDU-Vorgänger ab.
Im Landkreis Hameln-Pyrmont ließ sich der amtierende SPD-Landrat Rüdiger Butte (SPD) mit 53,3 Prozent im Amtbestätigen
Im Kreis Holzminden erreichte Angela Schürzeberg (SPD) 60,8 Prozent der Stimmen und setzt die SPD-Führung so weiter fort.
Mit 85,6 Prozent belohnten die Wähler die Arbeit von Landrat Jörg Mielke (SPD) im Kreis Osterholz.
Ebenso wurde Peter Bohlmann (SPD) mit 66,5 Prozent der Stimmen aus dem Kreis Verden im Amt bestätigt.
Der amtierende SPD-Landrat in Friesland, Sven Ambrosy, würde mit 75,1 Prozent wiedergewählt.