Weil immer wieder Lehrer wegen Krankheit oder anderen Gründen fehlten, gründeten Kleinmachnower Eltern vor rund zwei Jahren die Initiative "Kinder ohne Lehrer". Die an Berlin angrenzende brandenburgische Gemeinde hat nun reagiert und 100 000 Euro in den Haushalt eingestellt, die in einen Schulfonds fließen. Daraus werden vom kommenden Schuljahr an pensionierte Lehrer, Lehramtsstudenten oder Referendare als kurzfristig einspringende Aushilfskräfte bezahlt. Das Bildungsministerium in Potsdam hat eine entsprechende Vereinbarung abgesegnet.
An den drei Grundschulen der südwestlich von Berlin gelegenen Kommune fallen laut Elterninitiative rund acht bis zehn Prozent des Unterrichts aus. Es scheint aber kein Kleinmachnower Problem zu sein, da sich auch schon in Falkensee und Potsdam erfolgreiche Elterninitiativen gegründet haben. Allerdings betrachtet man die Lösung im Brandenburger Bildungsministerium als nicht beispielgebend, um Unterrichtsausfall wirksam zu bekämpfen, da die Aushilfslehrer keinen regulären Unterricht erteilen dürfen. Auch die Lehrergewerkschaft GEW betrachtet den Vorgang mit Sorge, da er dazu führen könnte, dass sich das Land aus seiner Bildungsverantwortung stiehlt. Auch sei Kleinmachnow ein Sonderfall, da hier viele gut Betuchte wohnen, die in Berlin oder Potsdam arbeiten, so dass es der Gemeinde leicht(er) falle, die Gelder bereitzustellen, wie Bürgermeister Michael Grubert (SPD) bereitwillig zugibt. Sollte das Beispiel Schule machen, stünden nicht im Speckgürtel von Berlin gelegene Kommunen vor schier unüberwindbaren Problemen
In Brandenburg herrscht aufgrund schlechterer Bezahlung Lehrkräftemangel, da ausgebildete Fachkräfte oft Richtung Westen auswandern, wo sie besser entlohnt werden.