Laut OB Fritz Schramma (CDU) bleibe es das Ziel, die Nord-Süd-Fahrt fertig
zu stellen. Es gälte aber, aufzuklären, um verlorenes Vertrauen zurück zu
gewinnen. Laut SPD-Fraktionschef Martin Börschel muss der Weiterbau "unter
höchstmöglichen Sicherheitsaspekten geschehen." Zudem müsse der Eindruck
ausgeräumt werden, "dass Köln auf dem Weg zur rheinischen Bananenrepublik
ist." Für FDP-Fraktionschef Ralph Sterck ging "das Vertrauen in die
Stadtführung verloren", für Grünen-Geschäftsfüher Jörg Frank verhalte sich
Schramma, der die U-Bahn seit 2004 bauen lasse, wie ein unbeteiligter
Zuschauer. Der Bahnbau war von beiden großen Parteien betrieben und vom
CDU-OB als "größtes Infrastrukturprojekt Kölns" gefeiert worden.
KVB-Vorstand Jürgen Fenske, der sich kürzlich entschuldigt hatte, stieß mit
seiner sachlich-ernsten Art auf Respekt beim "Kölner Stadt-Anzeiger." Der
frühere SPD-Fraktionsgeschäftsführer in Kiel und Büroleiter von Peer
Steinbrück (1994-1998) "habe nichts beschönigt". Der seit Januar amtierende
KVB-Vorstand sei "für Fehlplanungen kaum verantwortlich zu machen", so die
Berliner Zeitung, gäbe aber den Buhmann für die Politik ab. Das Land NRW
sicherte mittlerweile 30 Mitarbeiter und 300 000 Euro Soforthilfe zu. Die
Restaurierung des Archivs wird laut MP Jürgen Rüttgers 30 Jahre dauern.