Die Wahl eines neuen Landrats im Kreistag des brandenburgischen Kreises Barnim gestern in Eberswalde wurde zu einer bitteren Posse: Weil sowohl der SPD-Landrat Bodo Ihrke wie sein Herausforderer Mark Matthias in zwei Wahlgängen jeweils 28 Stimmen erhalten hatten, musste am Ende das Los entscheiden: Bodo Ihrke war der Glückliche, der aber gar nicht glücklich war, denn eigentlich war er gegen den parteilosen, von der Linken gestützten Matthias klar favorisiert gewesen. Matthias bat sich daher eine Bedenkzeit bis Freitag aus, bevor er die Wahl annahm, denn das Ergebnis sei "nicht gerade als Vertrauensbeweis zu werten."
Zuvor hatte Ihrke bereits Ende Januar rd. 58 Prozent der Wählerstimmen erhalten, war aber an dem laut märkischer Gemeindeordnung erforderlichen Quorum von 25 Prozent der Stimmen in einem Wahlkreis gescheitert. Daraufhin war die Wahl im Kreistag erfolgt.