Die rot-grüne Landesregierung in NRW kann sich über ein gutes bis sehr gutes Presseecho freuen und muss bisher die Opposition nicht fürchten: In der größten Oppositionspartei CDU ist nach dem Dreierpakt von Ex-Integrationsminister Armin Laschet mit CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid und CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann ein Streit um den Landesvorsitz entbrannt, der die Partei regelrecht spaltet. Während z.B. der Vorsitzende der NRW-Landesgruppe im Bundestag, Peter Hintze, sich auf die Seite von Laschet schlug, melden sich andere Bundespolitiker wie Ruprecht Polenz für Bundesumweltminister Norbert Röttgen.
Der frühere Bauminister und vormalige Gelsenkirchener OB Oliver Wittke warnte in der WAZ vor dem "fatalen Eindruck: die NRW-CDU agiert nach der Devise "Wir in Düsseldorf gegen die in Berlin"". Landesvize Wittke, der für einen Wahlsieg Röttgens als neuer CDU-Generalsekretär gehandelt wird, kritisierte auch, mit dem Dreierpakt drohe die Landes-CDU "die zweite Hälfte des Sommertheaters zu bestreiten."
Andere Politiker wie MdEP Elmar Brok würdigten dagegen Laschet als "gewichtige Hausnummer" oder sprachen sich für eine Düsseldorfer Lösung aus wie Bundesbaustaatssekretär Ralf Brauksiepe. Die CDU sammelt bis Ende August Kandidaturen für die Nachfolge des abgewählten MP Jürgen Rüttgers und Norbert Röttgen muss sich bald entscheiden, ob er in diesem "Sommer des Missvergnügens" (so die Süddeutsche Zeitung) den Fehdehandschuh der Landespolitiker aufnimmt.
Inhaltliche Aussagen, z.B. zur Weiterentwicklung der Kommunalfinanzen oder des restriktiven Gemeindewirtschaftsrechts wie von der Minderheitsregierung geplant - gelangen derzeit von der streitenden Landesunion nicht in die Öffentlichkeit.