Bei der Stichwahl zum Landrat in fünf Brandenburger Landkreisen gelang es nur dem von der CDU unterstützten parteilosen Kandidaten in Oberspreewald-Lausitz, Sigurd Heinze, erstmals direkt gewählt zu werden. In den anderen Kreisen hatten die "Wahlsieger" zwar oft die benötigte Mehrheit aller abgegebenen Stimmen, scheiterten aber am Quorum – das vorschreibt, dass auf einen Kandidaten mindestens 15 Prozent aller Stimmen fallen. In den Wahlkreisen Barnim, Elbe-Elster, Spree-Neiße und Ostprignitz-Ruppin wird der Posten wie in den letzten 20 Jahren von den Kreistagen bestimmt – und ist damit abhängig von den regionalen Koalitionen.
Die Stichwahlen waren notwendig, da bei den ersten direkten Landratswahlen in Brandenburg nach Mauerfall zwei Wochen zuvor kein Kandidat die notwendige Mehrheit erhalten hatte. In der Regierungspartei SPD möchte man noch die Landratswahl in der Uckermark am 28. Februar abwarten. Scheitern die Kandidaten auch hier am Quorum, will man in die Diskussion einsteigen, ob sich Direktwahlen von Landräten lohnen.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Oberspreewald-Lausitz:
Martina Gregor-Ness (SPD): 33,6 Prozent
Sigurd Heinze (parteilos): 66,4 Prozent (gewählt)
Ostprignitz-Ruppin
Ralf Reinhardt (parteilos, von SPD unterstützt): 50,5 Prozent (nicht gewählt)
Egmont Hamelow (CDU): 49,5 Prozent
Spree-Neiße
Dieter Friese (SPD, amtierender Landrat): 51,37 Prozent (nicht gewählt)
Harald Altekrüger (CDU): 48,63 Prozent
Elbe-Elster
Iris Schülzke (parteilos – Einzelbewerberin): 51,4 Prozent (nicht gewählt)
Christian Jaschinski (CDU): 48,6 Prozent
Barnim
Bodo Ihrke (SPD, amtierender Landrat): 58,8 Prozent (nicht gewählt)
Margitta Mächtig (Linke): 41,2 Prozent