Der schleswig-holsteinische Landtag in Kiel hat den Weg frei gemacht für Neuwahlen am 27. September, zeitgleich mit der Bundestagswahl. Wie erwartet, entzogen die Abgeordneten von SPD, Grünen, FDP und SSW Ministerpräsident Peter Harry Carstensen in der namentlichen Abstimmung ihr Vertrauen, fast alle Abgeordneten der CDU enthielten sich der Stimme. Nur Landtagspräsident Martzn Kayenburg stimmte als einziger mit Ja mit der Begründung (und anspielend auf die Vertrauensfrage von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Bundestag 2005), dass das zumindest in Kiel eine unechte Vertrauensfrage sei und er das, was auf Bundesebene gerechtfertigt sei, nicht auf die Länderebene übertragen wolle. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein Minsieterpräsident über eine Vertrauensfrage Neuwahlen erzwungen hat.
Momentan am aussichstreichsten erscheint eine Koalition zwischen CDU und FDP. Sollte es dafür nicht reichen, stehen die Grünen als erste in der Warteschlange. Zwar hat die Partei eine sog. Jamaika-Koalition auf Bundesebene ausgeschlossen, die norddeutschen Grünen entschieden sich aber zumindest gegen die von der Bundespartei favorisierte Ampellösung.