Mit dem 52-jährigen Dezernenten für Planung, Städtebau und Infrastruktur, Ullrich Sierau, zieht die Dortmunder SPD am 7. Juni 2009 in die OB-Wahl. Der frühere Leiter des Landesplanungsinstituts ILS und Stadtdirektor setzte sich bei einer Mitgliederbefragung unter den rund 9 000 Mitgliedern des größten SPD-Unterbezirks deutlich mit 64,2 zu 35,8 Prozent gegen den Kulturdezernenten Jörg Stüdemann durch. Von den Genossen hatten sich mit 4 675 über die Hälfte beteiligt. Stüdemann war im September überraschend von der Dortmunder Partei- und Fraktionsspitze gegen den amtierenden OB Dr. Gerhard Langemeyer ins Feld geführt worden. Nachdem Sierau als dritter Kandidat auftrat, erklärte Langemeyer im Oktober, dass er 2009 nicht mehr antreten werde. Darauf hin entschied sich die Dortmunder SPD dazu, ihren OB-Kandidaten per Mitgliederbefragung zwischen den beiden verbliebenen Kandidaten zu küren. Nun wird Sierau am Wochenende vom Wahlparteitag der Dortmunder SPD voraussichtlich als Kandidat gewählt werden. Mit einem Blick auf die Grünen sagte der Umweltdezernent, er habe so viele grüne Projekte umgesetzt, er wisse nicht, "warum Ullrich Sierau und die Grünen nicht kompatibel sein sollten."
Ullrich Sierau trifft im Juni 2009 vor allem auf den parteilosen Vorsitzenden des Dortmunder Anwaltsvereins, Joachim Pohlmann, den CDU und FDP vorige Woche mit 97,5 Prozent als OB-Kandidat nominiert hatten. Der bürgerliche Honoratior soll die jahrzehntelange Vorherrschaft der SPD in Dortmund brechen. Bündnis 90/Die Grünen hatten Mitte Oktober ihren Ratsfraktionsvorsitzenden Mario Krüger aufgestellt, die Linkspartei erwägt ebenfalls eine Aufstellung, will aber erst im Januar 2009 entscheiden.
Quellen: Westfälische Rundschau, Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 26. November 2008, www.derwesten.de, www.linkszeitung.de