Der 64-jährige Gerhard Langemeyer, Dortmunder OB seit 1999, wird im Juni 2009 nicht mehr als OB-Kanddiat antreten. Damit zog der OB die Konsequenzen aus dem Verhalten der Dortmunder SPD-Partei- und Fraktionsführung, die vor wenigen Wochen den Kulturdezernenten Jörg Stüdemann, 51, als Kandidat vorgestellt hatte. Nachdem dann auch noch Stadtdirektor Ulrich Sierau, 52, seinen Hut in den Ring geworfen hatte, kam mit Hilfe von SPD-Landeschefin Hannelore Kraft ein Kompromiss zustande. wonach die Dortmunder SPD-Basis den Kandidaten für die OB-Wahl auswählen solle.
Am Freitag verkündete allerdings Langemeyer im Rathaus seinen Rückzug, den er - ohne den Parteivorsitzenden Franz-Josef Drabig und den Fraktionsvorsitzenden Ernst Prüsse zu nennen - vor allem mit den "Einzelaktionen zweier Personen" begründete: Dadurch würde in der eigenen Partei mit den eigenen Leistungen "nicht richtig umgegangen."
Das Verfahren für die Urwahl des Kandidaten hätte heute im größten deutschen SPD-Unterbezirk mit 9 000 Genossinnen und Genossen beginnen sollen. Nun berät am Abend der Dortmunder SPD-Vorstand über das weitere Verfahren. Sierau erklärte inzwischen, dass er an seiner Kandidatur festhalte, laut Stüdemann will der Vorstand die neue Lage "in aller Gelassenheit diskutieren". Langemeyer bleibt bis Mitte 2009 weiter OB und tritt im November diesen Jahres auf der Bundesdelgeiertenkonferenz in Erfurt auch wieder als Vorsitzender der Bundes-SGK an, der bundesweiten Gemeinschaft sozialdemokratischer Kommunalpolitiker/innen e.V..