Seit Monaten gab es Spekulationen, Hamburgs Bürgermeisetr Ole von Beust sei nach neun Jahren an der Regierung amtsmüde. Die letzten Tage verdichteten sich die Gerücht, er trete bald zurück. Nun gab der 55-jährige auf einer Pressekonferenz im Hamburger Rathaus bekannt, es sei ein "vernünftiger Zeitpunkt" zu gehen. Alles habe seine Zeit, er sei vier Mal angetreten, ein fünftes Mal widerspreche der politischen Vernunft, Angela Merkel sei informiert, so der Bürgermeister, dem im Schulstreit massiver Gegenwind aus dem bürgerlichen Lager entgegen geschlagen war.
Als Nachfolger schlägt er den konservativen Innensenator Christoph Althaus vor, der in der Bürgerschaftssitzung nach der Sommerpause am 25. August gewählt werden soll. Allerdings fremdeln die grünen Koalitionspartner mit Althaus, SPD-Chef Olaf Scholz forderte in "Bild am Sonntag" Neuwahlen: Der schwarz-grüne Senat könne nicht weitermachen, als sei nichts passiert: "Die Hamburger werden es nicht gerne sehen, wenn jetzt einfach ein neuer Bürgermeister eingesetzt wird, ohne sie zu fragen." Mit von Beust verliert Angela Merkel den sechsten CDU-MP seit ihrer Wiederwahl im September 2009. Mit ihm tritt auch die parteilose Kultursenatorin Karin von Welck, 63, zurück.