Die Zahl der politisch motivierten Straftaten nahm 2008 deutlich zu: Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, stiegen sie um 11,4 Prozent auf 31 807. Dabei war der Anstieg bei rechtsextremen Straftaten besonders stark, wozu laut Innenminister Wolfgang Schäuble die 2008 eingeführte einheitliche Erfassung der auch von unbekannten Tätern verübten, NS-verherrlichenden Propagandadelikte beigetragen habe: Propagandadelikte machten 69,9 Prozent aller rechtsextrem motivierten Delikte aus, die Kriminalität im rechtsextremen Spektrum stieg auch daher um 16 Prozent auf 20 422.
Auch bei linksextrem motivierter Gewalt gab es eine Zunahme um 14,6 Prozent auf fast 7 000 Delikte, obwohl es 2008 keine besonderen Ereignisse gab wie etwa den G-8-Gipfel in Heiligendamm 2007. Angestiegen seien vor allem Sachbeschädigungen, sowie Delikte bei Aktionen gegen Rechtsextremisten. Die Zahl der politischen Gewaltttaten blieb mit 2 529 nahezu konstant (minus 0,5 Prozent), die Zahl der körperlichen Angriffe nahm um vier Prozent zu. Erstmals seit 2004 gab es wieder zwei Tote durch politische Gewalt (bei Attacken von rechts) sowie 1937 Verletzte (über 60 Prozent durch rechte Angriffe). Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, warnte, die Gangart der gewaltbereiten links- und rechtsextremen Gruppen verschärfe sich. Für Freiberg zeigt der Anstieg der Sachbeschädigungen um 45 Prozent, dass immer mehr "sinnlose Zerstörungswut" ausgelebt werde. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage des MdB Petra Pau (Linke), gabe es 2008 mit 53 Fällen jede Woche die Schändung eines jüdischen Friedhofs in Deutschland (2007 noch 30 Fälle).